osnabrück: nanine linning «dolby»
godspeed you! black emperor ist eine kanadische Postrock-Band. In ihren Einspielungen wie «Blaise Bailey Finnegan III» werden die Vereinigten Staaten ausgesprochen ein «verfassungsmäßig kriegsführendes Drittweltland» genannt. Dann geht’s rein instrumental weiter auf den Tracks, die in sogenannte movements stukturiert sind und weder melodiös-klassischen Bombast noch einen psychedelisch beregneten Klanggarten scheuen. Die Rede vom sozialen Abstieg und das symphonische Accelerando: Hier sind sie ein Paar.
«Dolby», das Tanzstück, gewann mit diesem musikalischen Aufreger beim niederländischen Open-Air-Fes-tival «De Parade» den Preis «De Mus 2010». Jetzt wird es in Osnabrück getanzt, der neuen Heimat von Nanine Linning, und füllt trotz Zusatzvorstellungen die Ränge wie schon ihr letzter hiesiger Coup, die Tanzoper «Madama Butterfly». Die elf «Dolby»-Tänzer nennt die Niederländerin Popcorn – kurz anheizen, schon springen sie an die Decke, laufen an den Wänden und verkrümeln sich in synchrone Bodenarbeit.
Bühne links steht ein Schaf und glotzt uns an. Bühne rechts schaut der Inspizient im Tutu mit rauschunterdrückendem Dolby-Kopfhörer, ob wir endlich alle da sind. Er gibt sein Zeichen. Vom ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Arnd Wesemann
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