Newcomer, Abschied, Snippets 10/18

Tanz - Logo

Newcomer: Moritz Ostruschnjak

Er hat so einen sensiblen Zug um Augen und Mund. Man könnte sich deshalb den Tänzer und Choreografen Moritz Ostruschnjak gut vorstellen als einen dieser Schnitzler-Melancholiker aus gutem Hause. Arthur Schnitzler schrieb seine bedeutendsten Dramen und Geschichten vor dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang Kakaniens.

Genau diese Vorkriegszeit, wenngleich nicht unbedingt in Österreich, sondern in ganz Europa verortet, inspirierte Ostruschnjak atmosphärisch zu seinem jüngsten Stück, von dem er allerdings lange nicht wusste, ob er es nun «Hurra» oder «Unstern» nennen sollte. Als «Unstern» empfand er sehr subjektiv, dass zwei Musiker und ein Tänzer sozusagen auf der Zielgerade absprangen – ein Malheur, mit dem er erst einmal umzugehen lernen musste. 

Immerhin hat der aus Marburg gebürtige, 36-jährige Tänzer, der als Breakdancer angefangen hat, als Choreograf in München schon eine Fangemeinde. Es war Walter Heun, der ihn, seine Begabung witternd, vor Jahren ermunterte, zeitgenössischen Tanz zu trainieren. Ostruschnjak schrieb sich an der Iwanson Schule ein, fand aber seinen prägenden Lehrmeister in Maurice Béjart an der Mudra-Schule in Lausanne. Es war ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2018
Rubrik: Menschen, Seite 36
von

Weitere Beiträge
Brandenburgische Konzerte

Ein Büro in der Berliner Volksbühne, zwei gepolsterte Stühle, zwei zierliche Tische, zwei Gläser. Eine große Tasche steht auf dem Boden, aus der sich Anne Teresa De Keersmaeker während des Gesprächs einen kleinen Lederball angelt. Die Choreografin und Chefin der Brüsseler Kompanie Rosas knetet das Utensil mit beiden Händen. Die Fingerübung dient offensichtlich...

Jerome Robbins

Wer hat die «West Side Story» erfunden? Leonard Bernstein, würden zehn von zehn Befragten antworten. Eben nicht: Jerome Robbins war‘s. Wer? stutzen jetzt zehn von zehn Befragten, selbst unter den Kulturinteressierten. Nur ein paar Wochen nach dem weltweit gefeierten Komponisten und Dirigenten Bernstein hätte der Choreograf und Regisseur Jerome Robbins seinen 100....

Berlin: Staatsballett Berlin «Celis/Eyal»

Johannes Öhman heißt der Neue, der Schwede, Meister über 93 Tänzer, von denen zwanzig zur Saison-Eröffnung zeigen, wie der Hase läuft. Das geneigte Berliner Publikum wird abgeholt beim Tanzmodernen. «Your Passion Is Pure Joy To Me» des Belgiers Stijn Celis sind Auf- und Abtritte von Figuren, die gern einbeinig das Gleichgewicht zu Melancholie-Melodien von Nick Cave...