Brandenburgische Konzerte
Ein Büro in der Berliner Volksbühne, zwei gepolsterte Stühle, zwei zierliche Tische, zwei Gläser. Eine große Tasche steht auf dem Boden, aus der sich Anne Teresa De Keersmaeker während des Gesprächs einen kleinen Lederball angelt. Die Choreografin und Chefin der Brüsseler Kompanie Rosas knetet das Utensil mit beiden Händen. Die Fingerübung dient offensichtlich ihrer Konzentration. Irgendwann verschwindet der Ball, und Keersmaekers tiefbraune Augen schweifen unverwandt durch Zeiten und Räume. Dann und wann fixieren sie das Gegenüber, forschend, freundlich.
In wenigen Tagen hat ihre neueste Kreation am Haus Premiere: «Die sechs Brandenburgischen Konzerte».
Mit den «Brandenburgischen Konzerten» kehren Sie auch zu Ihren Ursprüngen zurück – zu Steve Reich und «Violin Phase».
Stimmt, als ich 1980 Maurice Béjarts Schule MUDRA in Brüssel verließ und nach New York flog, um an der Tisch School of the Arts zu studieren, hatte ich «Violin Phase» im Gepäck. Ich war entschlossen, selbst zu choreografieren, ein Solo schien mir für den Anfang genau das Richtige. Und «Violin Phase» lud mich regelrecht zum Tanzen ein. Bei der Arbeit spätnachts im Studio in New York habe ich dann tatsächlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Diesen Abend verdanken wir der «New York Times». Die Zeitung mit der vorbildlich umfangreichen Tanzkritik hatte Eric Gauthier geärgert, als seine Kompanie vor zwei Jahren beim «Jacob’s Pillow Festival» eingeladen war. Wie alle anderen Gäste hatte auch Gauthier Dance nur männliche Choreografen im Programm, war dann aber die einzige Kompanie, die das hinterher über...
Auf der «Gamescom», der großen Spielemesse in Köln, hatten sie den größten Stand gebucht: die Entwickler von Epic Games, die mit «Fortnite» einen Coup gelandet haben. Seit Monaten ist das Daddelformat – Marke: «last man standing» – in aller Munde, Eltern melden sich auf Lehrgängen an, um zu kapieren, was ihre Zwölfjährigen da eigentlich zocken. Eine der...
Ein gutes halbes Jahr ist es her, dass der langjährige Artistic Director des New York City Ballet, Peter Martins, wegen mutmaßlicher körperlicher Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen von seinen Leitungspositionen zurückgetreten ist (tanz 1/18). Die Untersuchung führte seinerzeit nicht zu juristisch belastbaren Ergebnissen.
Nun sieht sich die New Yorker...
