Cybermobbing
Ein gutes halbes Jahr ist es her, dass der langjährige Artistic Director des New York City Ballet, Peter Martins, wegen mutmaßlicher körperlicher Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen von seinen Leitungspositionen zurückgetreten ist (tanz 1/18). Die Untersuchung führte seinerzeit nicht zu juristisch belastbaren Ergebnissen.
Nun sieht sich die New Yorker Ballettkompanie, derzeit interimistisch von einem Team geleitet, neuerlichen Vorwürfen ausgesetzt, die Rede ist u. a. von Verletzung der Persönlichkeitsrechte und Körperverletzung.
Klägerin ist die 20-jährige Tänzerin Alexandra Waterbury (Foto). Sie bezeichnet das NYCB-interne Klima laut der «New York Times» als «fraternity-like» und beschuldigt die Kompanie, seit Jahren sexuell motiviertes Fehlverhalten von mindestens drei Tänzern, ferner den Missbrauch von Alkohol und Drogen sowie die Degradierung von Tänzerinnen geduldet zu haben. Konkret geht es um «inappropriate communications»: Chase Finlay (Waterburys Ex-Freund), Amar Ramasar und Zachary Catazaro sollen Texte, Fotos und Videos sexuellen Inhalts ausgetauscht und an mindestens einen Sponsor weitergeleitet haben. Das Material, das Waterbury (und andere Tänzerinnen) unbekleidet ...
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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Marc Staudacher
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