neue serie: tanz-mode: goldknopf couture
Von einem Tag auf den anderen entschloss sich Thomas Lempertz, mit dem Ballett aufzuhören – «ratzfatz», wie er sagt. Dabei stand ihm als Solist des Stuttgarter Balletts eigentlich die Welt offen. Schon als Schüler war er in dem Ballettmusical «On Your Toes» das verjüngte Ebenbild von Richard Cragun, in «La fille mal gardée» verkörperte er den verschrobenen Alain und in «Poème de l’extase» einen der vier Traumtänzer der Schönen. Und doch hatte er das Gefühl, etwas anderes machen zu müssen.
Lachend sitzt Lempertz zusammen mit Friedemann Vogel im Pavillon, der im Hof des Alten Waisenhauses steht, der ebenso denkmalgeschützt ist wie das ganze Gemäuer unweit der Staatstheater Stuttgart. Lempertz gesteht: «Ich war nicht krank, nie verletzt. Aber ich hatte auf einmal das Bedürfnis, über mich selbst bestimmen zu können und das zu tun, wozu ich Lust habe.»
So einfach lässt sich ein Beruf allerdings dann doch nicht an den Nagel hängen. Lempertz fand zwar schnell eine neue Berufung, als er beim Shoppen auf einen Laden voll der kostbarsten Knöpfe, Borten und Bänder stieß, der selbst zum Verkauf stand. Aber als er, inzwischen gemeinsam mit Vogel Geschäftsführer von «Goldknopf», vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2013
Rubrik: praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz
Dem Mann fliegt etwas um die Ohren, tanzt etwas vor den Augen. Die allerdings hält er bedeckt. Ein Arbeiter in Schutzkleidung, ein Forscher, der aussieht wie ein Insekt. Was ist es, das ihn da tausendfach umschwirrt und bedrängt? Es scheint zu flattern, hat nichts als Flügel. Oder sind es nur lose Schnipsel? Dem Betrachter macht der Anblick ein kribbelndes,...
...von Freund und Feind vorzugsweise «Salvo» genannt, ist ein mächtiger Mann in der italienischen Theaterszene, regelmäßiger Gast auf den roten Teppichen von Mailand bis Palermo und immer für eine Provokation gut. Seit 2005 leitet der schwergewichtige Hüne das Ressort «spettacolo dal vivo», sprich: darstellende Künste im italienischen Ministerium für Kultur....
Was die griechische Tanzkünstlerin Kat Válastur hier mit ihren drei Kombattanten anstellt, das nennt man ganz profan: Popping. Bei diesem Breakstil zuckt der Leib, als durchtanze er ein Strobolicht. Die Bewegungen sind abgehackt.
Die Meister solcher Street-Dance-Kunst verdienen sich Respekt durch absurde Isolationen: Ihre Gliedmaßen schleudern sich unabhängig...
