gischt aus licht
Dem Mann fliegt etwas um die Ohren, tanzt etwas vor den Augen. Die allerdings hält er bedeckt. Ein Arbeiter in Schutzkleidung, ein Forscher, der aussieht wie ein Insekt. Was ist es, das ihn da tausendfach umschwirrt und bedrängt? Es scheint zu flattern, hat nichts als Flügel. Oder sind es nur lose Schnipsel? Dem Betrachter macht der Anblick ein kribbelndes, knisterndes Gefühl.
Das Bild lässt keinen Raum erkennen, es deutet auch den Menschen nur an. Unklarheit durch Dichte – so präsentiert sich Mette Ingvartsens «The Artificial Nature Project».
Die Dänin ging vor zehn Jahren aus der P.A.R.T.S.-Schule in Brüssel hervor und machte sich schnell einen Namen mit ungewöhnlichen Bühnenausstattungen. Der Titel mit der künstlichen Natur ist ein bisschen tautologisch, denn auf der Bühne ist sowieso alles künstlich. Vielleicht will die Künstlerin darauf hinaus, dass Theater und Tanz gern Natur-Illusionen herstellen – Wald und Wiese und, nun ja, echte, unverstellte Menschen. Aber Ingvartsen stellt eben umgekehrt die Illusion von Nichtnatur her und macht daraus eine Lektion über das Sehen.
Die beginnt im Dunkeln. Im Nichts ohne Notausgang, in dem das offene Auge vom Schlafen träumt. Nervöse ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy
abschied:
stella mann
Mit Laban hatte ich nie was am Hut, meinte Stella Mann sinngemäß, als ich sie 2004 fragte, ob sie als Zeitzeugin an einer Diskussion über die historische Situation des Ausdruckstanzes in Wien teilnehmen würde. Nur zögerlich sagte sie zu. Sie war vor den Nazis nach London geflüchtet. Modernen Tanz gab es dort keinen; nur Sigurd Leeders Schule...
Was die griechische Tanzkünstlerin Kat Válastur hier mit ihren drei Kombattanten anstellt, das nennt man ganz profan: Popping. Bei diesem Breakstil zuckt der Leib, als durchtanze er ein Strobolicht. Die Bewegungen sind abgehackt.
Die Meister solcher Street-Dance-Kunst verdienen sich Respekt durch absurde Isolationen: Ihre Gliedmaßen schleudern sich unabhängig...
...von Freund und Feind vorzugsweise «Salvo» genannt, ist ein mächtiger Mann in der italienischen Theaterszene, regelmäßiger Gast auf den roten Teppichen von Mailand bis Palermo und immer für eine Provokation gut. Seit 2005 leitet der schwergewichtige Hüne das Ressort «spettacolo dal vivo», sprich: darstellende Künste im italienischen Ministerium für Kultur....
