monte carlo: Jiří Kylián: «East Shadow»
Die Aichi Triennale 2013 im japanischen Nagoya bildete den Rahmen für die Uraufführung des von Jiří Kylián selbst produzierten Stücks «East Shadow». Es war die zweite Ausgabe des Festivals für zeitgenössische Kunst und avantgardistische Performance-Formate, und das Motto «Awakening, where are we standing? – Earth, Memory and Resurrection, in question of the Role of Art» bot Gelegenheit, die Erfahrungen des desaströsen Erdbebens von 2011 im Spiegel der Künste zu reflektieren.
Über 120 Künstler zeigten ihre Werke und bezeugten, wie lebhaft die Katastrophe im Gedächtnis der Menschen verankert ist.
Kylián ließ sich vom Schaffen Samuel Becketts inspirieren, insbesondere von dessen Fernsehspiel «...but the clouds…» und dem genau 87 Wörter umfassenden Text «Neither», der auch Morton Feldmans gleichnamigem Operneinakter von 1977 zugrunde liegt. Eine «tragische Komödie» nennt Kylián seine Schöpfung, die von Becketts Überzeugung durchdrungen ist, dass alles menschliche Verhalten aus der absurden Erkenntnis der Sinnlosigkeit resultiert.
Zwischen dem Bewegungsgeschehen auf der Bühne und klug eingesetztem Videomaterial, das mittels ikonischer Motive die Vergangenheit heraufbeschwört, schafft ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Akiko Tachiki
Fast am Ende des Stückes, das kein Ende finden will, rauscht ein Wasserfall. In einer Videoprojektion fällt der Sturzbach steil nach oben. Sodann hebt sich der rückwärtige Vorhang, das Ensemble geht hurtig ab, verschwindet in einem Nebelwald. Das ist der einzige Moment, an dem man satt bekannte Klischees aus Island denken darf, tanzende Trolle wie bei Erna...
_______deutschland
On tour
Danza Contemporánea de Cuba vereint in ihren Choreografien schön-heitstrunkene Melancholie und pure Lebensfreude: George Céspedes entwirft Körperbilder von Menschen und ihren Träumen von Zusammengehörigkeit in «Identidad-1». «Demo-n/Crazy» des Spaniers Rafael Bonachela zeigt Menschen in den unterschiedlichsten Konstellationen, voll...
Mit viel Erfahrung als Solist in Australien und zuletzt mit 62 Jahren in der Serie «Unter Uns» von Silke Z. auf der Bühne, darf man fragen: Was ist ein guter Performer?
Das Geheimnis guter Tänzer ist die Qualität ihrer Spannung (tension), die dazu dient, Aufmerksamkeit (attention) zu erzeugen. Es ist nicht bloß die Virtuosität einer Bewegung oder die Art, wie...
