Modena: Cristiana Morganti «Non sapevano dove lasciarmi»

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Gar nicht so leicht, sich von der Mutter abzunabeln. Besonders, wenn sie Pina Bausch heißt. Die tiefe emotionale und künstlerische Bindung an eine Bezugsperson kann dazu verleiten, in steriler Nachahmung und kreativer Aphasie steckenzubleiben. Die Choreografin Cristiana Morganti, von 1993 bis 2014 Tänzerin bei Bauschs Wuppertaler Tanztheater, hat beschlossen, ihren Loslösungsprozess sanft aber beharrlich zu gestalten.

Schon in ihren ersten beiden Solo-Choreografien «Dancing with Pina» und «Jessica and me» (tanz 10/15) war der Gestus der kritischen Analyse der eigenen Kunst und des eigenen Lebens klar erkennbar: Beide Stücke sind leichtfüßige und clevere Fragmente einer Autobiografie, die Morganti ihrem Publikum zu erzählen sich anschickte – mittels einer ironisch-zärtlichen Verkörperung von tänzerischen Eigenheiten und Manierismen. Und zwar nicht nur der eigenen, sondern auch derjenigen anderer Wuppertaler Tänzerinnen. Mit ihrem Duett «A Fury Tale» ging Morganti noch einen Schritt weiter. Sie nahm als Zeitzeugin nicht mehr am Bühnengeschehen teil, sondern überließ das Tanzen Kolleginnen, die freilich ebenfalls den auserlesenen Reihen der ehemaligen Wuppertaler Equipe entstammten.

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Tanz Mai 2018
Rubrik: Kritik 5/18, Seite 48
von Silvia Poletti

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