1968
Für die Künste war und ist es immer dann einfach, sich aus der Politik und gesellschaftlichen Umwälzungen herauszuhalten, wenn die Künstler stillhalten. Das gilt besonders für das Ballett, die eskapistische Kunst schlechthin, die bis zum 19. Jahrhundert nur als Zerstreuung zwischen allem szenisch Gewichtigen diente. Es gilt aber auch insgesamt für den Tanz als mal gefühlige, mal märchenhaft verträumte, stets aber bravouröse Unterhaltung, egal, ob im Spitzen- oder Steppschuh, auf hohen Hacken oder nackter Sohle.
Nur bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jenseits wechselnder Stile ideologische und politische Bezüge. Das Ballett hat andererseits selbst jede politische Instrumentalisierung unbeschädigt überstanden. So ist man zum Beispiel bei Yuri Grigorovichs Heldendrama «Spartacus» geneigt, die fesselnden Tanzszenen samt ihren grandiosen Charakteren über die pathetisch vermittelte real-sozialistische Opfer-Ideologie zu stellen. Im chinesischen Ballett «Das rote Frauenbataillon» belächelt man heute die zierlichen Ballerinen als Flintenweiber in Uniform, die im Grand jeté über die Bühne jagen. Darüber wird gern vergessen, dass es die treibende Kraft der blutigen Kulturrevolution war, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Eva-Elisabeth Fischer
«Hier war nichts mehr zu reparieren», sagten Wolfgang Rothe, geschäftsführender Intendant der Dresdner Semperoper, und Ballettdirektor Aaron S. Watkin in einem Hintergrundgespräch am 27. März. Man sah keine andere Möglichkeit, als dem Ersten Solisten István Simon die fristlose Kündigung infolge unüberwindlicher Differenzen mit dem Ersten Ballettmeister Gamal Gouda...
soul chain
Auch wenn die 17 Tänzer und Tänzerinnen die ganze Zeit wie auf Zehenspitzen agieren: Geräuschlos geht die «Soul Chain» von Sharon Eyal deswegen kaum vonstatten. Dafür sorgt schon der DJ und Komponist Ori Lichtik, der mit seinen heftigen Technobeats immer wieder den Tanz so aufpeitscht, als wolle er auf «Le Sacre du printemps» von Igor Strawinsky...
Deutschland
On tour
Das Bundesjugendballett zeigt Neukreationen von Demis Volpi und Edwaard Liang: Esslingen, «Podium Festival», SCALA Esslingen, 2., 3. Mai; Solingen, Theater und Konzerthaus, 2. Juni; Remscheid, Teo Otto Theater, 3. Juni; www.bundesjugendballett.de
Augsburg
Theater
«Dimensions of Dance, Part 1»: «Reminiscence» von Young Soon Hue, «Six Breaths»...
