merce cunningham
Wer in den vergangenen Jahrzehnten von zeitgenössischem Tanz sprach, dachte hoffentlich zuerst an Merce Cunningham. Seine Arbeit war essenziell, weil er es schaffte, ein genügend komplexes Körperbild herzustellen, dass den Selbstfindungsprozessen und dem Individualismus des 20. Jahrhunderts tatsächlich entsprach, nicht ohne selbst auch die Frage nach den Grenzen und der Begrenztheit dieses Strebens zu stellen. Man kann jetzt natürlich traurig sein.
Er hat das Ende seiner Kompanie verfügt, aber ehrlich und auch konstruktiver wäre die Frage, was wir von Cunningham wirklich gelernt haben und was tatsächlich von ihm – in uns – bleibt. Sieht man, wie er dieses Erbe bestimmt hat, welche Tänzer er zum Abschied aussuchte, wie er nicht mal im Ableben die Kontrolle darüber verloren hat, was mit seinem Werk geschehen soll, damit es Kunst bleibt, dann muss man den Hut ziehen.
Nur so wird Tanz nicht im Prozess des ewigen Weitervererbens zur Ideologie verformt. Selbst die Tournee samt etlichen Wiederaufnahmen seiner ihm wichtigsten Werke hat er noch bestimmt; ebenso, dass am 31. Dezember in New York nur Volkspreise, genau zehn Dollar Eintritt, erhoben werden. Zuvor haben wir bei ihm die ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 140
von Tiago Bartolomeu Costa
Historisch war das sicher einmalig. Xander Parish, Mitglied im Corps de ballet des Royal Ballet, wird vom künstlerischen Direktor des Mariinski-Balletts, Juri Fatejew, eingeladen, ein ständiges Mitglied in St. Petersburg zu werden. Bis dahin hatte Parish nur ein paar wenig herausfordernde Rollen des Londoner Repertoires getanzt. Fatejew, 2008 Gastlehrer am Royal...
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«F.U.B.A.R». steht für «Fucked Up Beyond Any Recognition» und bezeichnet militärische Zerstörung bis zur Unkenntlichkeit. Kirstine Ilum besitzt in diesem Stück den furchtlosen Hang zur extremen Aktion, kontrolliert nur durch ihren starken künstlerischen Willen, der selbst die Jungs des Mute Comp. Physical Theatre noch um Längen schlägt. Der Vergleich mit der Armee...
