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Corinna Harfouch, die große Schauspielerin, macht ihr erstes «TanzTheater». Und ärgert sich über hermetische Choreografien mit kalten, glatten Oberflächen. Im Gespräch fragt sie: Wie selbstreferenziell darf Tanz überhaupt sein?

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Warum tanzt ihr nicht? 

Die «Tanztage Berlin», ein Festival für den Nachwuchs des zeitgenössischen Tanzes. Die Schauspielerin Corinna Harfouch ist ratlos: «Warum diese Tanzverweigerung?» Ihre aus den Publikumsreihen in den Raum geworfene Frage trifft auf ein Podium – das schweigt. Auch die zum Choreografengespräch geladene Meg Stuart. Nur eine junge Choreografin fühlt sich doch noch angesprochen: Jana Unmüßig. Sie studiert im Master-Studiengang Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin. Sie sagt: «Was ich tue, würde ich absolut als Tanz bezeichnen.

» Damit ist der Publikumsdialog an dieser Stelle beendet. Was soll man auf so eine Frage auch antworten, ohne einen Vortrag über die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts halten zu müssen – oder «wenigstens» über die Postmodern-Dance-Performer und Künstler der Judson-Church-Bewegung in den Sechzigern? 

 

Aber: Bestätigt diese Kommunikationspanne nicht genau jenes Klischee vom zeitgenössischen Tanz als eine nur Eingeweihten verständliche, größtenteils selbstreferenzielle Kunstform, die noch immer glaubt, sich als eigenständig rechtfertigen zu müssen angesichts einer in Vorurteilen befangenen Welt der Nichttänzer – oder ...

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Tanz Juni 2010
Rubrik: menschen, Seite 18
von Anna Volkland

Vergriffen
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