medien
auf dvd_________
recycling medea
Es war sein großes Jahr. 2011 wurde Wiens ehemaliger Ballettchef Renato Zanella zum Direktor des griechischen Nationalballetts in Athen ernannt und damit zum Tanzverantwortlichen auch beim «Festival of the Aegean» auf der Insel Syros. Zum Einstand schuf er dort das Ballett «Medea´s Choice» zur Oper von Mikis Theodorakis. Der 88-jährige Komponist («Zorba the Greek») ist ein Nationalheiliger, er wurde von den Nazis, in Bürgerkrieg und Diktatur jeweils als «Terrorist» verfolgt.
Natürlich ist er wütend in diesem Film: Euripides‘ Medea, die ihre Kinder für ihre vermeintliche Freiheit opfert, gerinnt bei Theodorakis zum Gleichnis auf den Syntagma-Platz. Entsprechend effektvoll schneidet der Filmemacher Asteris Kutulas Filmszenen von den brutalen Polizeieinsätzen 2011 gegen das eindrücklich altmodisch getanzte Wehklagen der Medea von Maria Kousouni. Dazu projiziert er kampfesmutig Euripides-Fragmente in BILD-Lettern auf die Leinwand und lässt eine im schlimmsten Sinne «poetisch» inszenierte 15-jährige Schönheit (Bella Oelmann) ausgerechnet Sätze aus Anne Franks Tagebuch im Mund führen. Wäre das Schicksal Medeas und das der heutigen Griechen wirklich ...
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Tanz April 2014
Rubrik: medien, Seite 58
von
Fast am Ende des Stückes, das kein Ende finden will, rauscht ein Wasserfall. In einer Videoprojektion fällt der Sturzbach steil nach oben. Sodann hebt sich der rückwärtige Vorhang, das Ensemble geht hurtig ab, verschwindet in einem Nebelwald. Das ist der einzige Moment, an dem man satt bekannte Klischees aus Island denken darf, tanzende Trolle wie bei Erna...
Noch ist die Erinnerung nicht verblasst. Aber die etwas altersschwache und grobkörnige Filmeinblendung am Anfang der Dokumentation lässt ahnen, wie lange das wirklich her ist. Dennoch ermöglicht der kurze Szenenausschnitt, mehrfach wiederholt, einen Eindruck davon, wie das Wunderwerk von Jerome Robbins einmal ausgesehen hat. 1953 wurde «Afternoon of a Faun»...
newcomer_________
catarina miranda
Ein Fleisch gewordenes Zittern – wörtlich kann man dieses faunische Werk, «RAM MAN / The Quiver made of Flesh», kaum übersetzen. Da zittert das tierische Fell, ein schlafender Widder, der unglücklich träumt. Catarina Miranda, die sich unter dem Fell verbirgt, taucht mit dem Zitat des Tierischen hinab in die drei...
