persönlich
newcomer_________
catarina miranda
Ein Fleisch gewordenes Zittern – wörtlich kann man dieses faunische Werk, «RAM MAN / The Quiver made of Flesh», kaum übersetzen. Da zittert das tierische Fell, ein schlafender Widder, der unglücklich träumt. Catarina Miranda, die sich unter dem Fell verbirgt, taucht mit dem Zitat des Tierischen hinab in die drei Grundkonstellationen, die wohl einst die Menschheit zum Tanz getragen haben – das Misstrauen gegenüber dem aufrechten Gang, die Furcht und Ehrfurcht vor dem Tier sowie der Schock des Todes.
In ihrem «The Quiver made of Flesh», an dem Miranda immer weiter arbeitet, spielen Mikrobewegungen aus japanischen Begräbnisritualen (nach einer Residenz 2013 in Kobe) ebenso eine Rolle wie Bewegungsmuster aus der Fauna und lang anhaltende Intensitäten. Ihr Lebenspartner, der Musiker Jonathan Uliel Saldanha, hat daran Anteil, weil die minimalistische Motion auf einen Sound trifft, der unermessliche Intensität suggeriert.
Die an der Königlichen Tanzakademie in Coimbra ausgebildete Balletttänzerin studierte Bildende Kunst in Porto und war später in Berlin zeitweise Tänzerin bei Meg Stuart – eine Kombination, die bereits alle Referenzen in Richtung eines ...
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Tanz April 2014
Rubrik: menschen, Seite 26
von
im mai: volkstanzen_________
Ein Experiment. Vier Künstlerinnen des zeitgenössischen Tanzes stoßen auf eine begeisterte Menge von Volkstänzern. Diesen geht es vor allem um das Erleben von Gemeinschaft: Hände fassen, sich in die Augen schauen, zusammen tanzen. Bodenständig, unkompliziert, ohne Tracht und Stildünkel, ohne Kunstwollen und intellektuelle Reflexion....
Fast am Ende des Stückes, das kein Ende finden will, rauscht ein Wasserfall. In einer Videoprojektion fällt der Sturzbach steil nach oben. Sodann hebt sich der rückwärtige Vorhang, das Ensemble geht hurtig ab, verschwindet in einem Nebelwald. Das ist der einzige Moment, an dem man satt bekannte Klischees aus Island denken darf, tanzende Trolle wie bei Erna...
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