Ensemble; Foto: Andreas Etter
Mainz, Ingelheim: Soul Chain
Heiß geschmiedet, eisig abgekühlt. So wirken ihre Stücke. Metallisch streng, doch mit Molekül-Lücken
versetzt, mit falschen Verbindungen, die dampfen, seufzen, glitzern. In die Linie passt auch das Werk, das die israelische Choreografin Sharon Eyal mit ihrem Arbeitspartner Gai Behar für das 17-köpfige Ensemble tanzmainz am Staatstheater Mainz geschaffen hat. «Soul Chain» meint: eine Kette aus Seelen und zugleich die Kette um die Seelen. Es sind extrem künstliche Formationen, darin vereinzelte Deformationen, welche die Formzwänge umso sicht- oder fühlbarer machen.
Immerzu auf halber Spitze machen die Tänzer ihre Schrittchen, die Hände an den Körper gelegt, in Gürtelschnallenhöhe, auf den Bauch, aufs Kreuz. Dennoch wirken sie menschlicher als in früheren Stücken, kaum geschminkt, in fleischfarbenen Bodys.
Sharon Eyal gelingt das unheimliche Porträt einer Gesellschaft, in der die Elemente, Glieder, Mitglieder aneinanderhängen und doch furchtbar wenig miteinander zu tun haben, im Sinne von: Zuneigung, Berührung. Zu Beginn spazieren Leute paarweise über die Bühne, im Gleichschritt, stramm und geschäftig. Der leise Blick zum Marschpartner bleibt unbeantwortet. Da ist was? Nein, da ist ...
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Tanz Januar 2018
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Melanie Suchy
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