Marie Taglioni mit Antonio Guerra in «L'Ombre», 1846. Grafik: Alfred Edward Chalon
Marie Taglioni
Sie war die erste «Sylphide», die Ballerina der romantischen Epoche par excellence. Gegen Ende ihres Lebens füllte Marie Taglioni (1804 – 1884) hunderte von Notizbuchseiten mit teils pikanten Memoiren. Fast sechzig Jahre lang verbargen ihre Nachfahren die Dokumente vor der Öffentlichkeit, einzig Léandre Vaillat durfte sie für seine 1942 veröffentlichte Biografie «La Taglioni, ou la Vie d’une danseuse» benutzen. Danach waren jahrzehntelang allein Abschriften der «Souvenirs» in der Museumsbibliothek der Pariser Opéra zugänglich.
Der Tanzforscher Bruno Ligore unterzog dieses Konvolut einer kritischen Begutachtung. Dabei stieß er auf Ungereimtheiten und beschloss, nach dem Quellentext zu suchen. Auf eigene Faust. Nach mehr als zwei Jahren Detektivarbeit war die Kassette mit den Originalhandschriften endlich geborgen. Nun sind sie – im exakten Wortlaut und mit der Interpunktion der Verfasserin – von Ligore im Verlag Gremese herausgegeben und kommentiert worden. Damit können sich Tanzwissenschaftler und Ballettomanen ein eigenes Bild von der Pionierin des Spitzentanzes machen.
Bruno Ligore, dank Ihrer Veröffentlichung der handschriftlichen Aufzeichnungen Marie Taglionis kann nun ...
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Tanz Januar 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 60
von Thomas Hahn
On tour
Ballet Revolución, Tanzshow aus Kuba mit neuen Choreografien zwischen Ballett und Streetdance: Bielefeld, Stadthalle, 3., 4. Jan.; Baden-Baden, Festspielhaus, 5., 6. Jan.; Köln, Musical Dome, 16.–21. Jan.; Essen, Colosseum-Theater, 23.–28. Jan.; Nürnberg, Meistersingerhalle, 29., 30. Jan. www.ballet-revolucion.de
Das Bolschoi Staatsballett Belarus gastier...
Geplant hat er vieles. Ein «Aphrodite»-Ballett etwa, «Amphion», «Daphnis et Chloé», «Masques et Bergamasques», und unter dem vielversprechenden Titel «Crimen Amoris» ein «Poème chanté et dansé d’après Verlaine». Wirklich zu Ende komponiert hat Claude Debussy nur «Jeux», und das im Auftrag der Ballets russes: eine choreografische Ménage à trois, beunruhigend in...
Und ein Fotograf. Noch bevor die Vorstellung beginnt, verewigt er sich und einen Zuschauer auf einem Selfie, um sich dann der Bühne zuzuwenden. Ewigkeitswerte gibt’s dort jedenfalls zuhauf. In einer bunten Bildfolge lässt Susanne Linke blitzlichtartig die Welt eines Hieronymus Bosch wiederaufleben, bevor sie sich auf die eigenen Tanz-Tableaux konzentriert. In einer...
