luxemburg: Michael Clark: «all three at once»

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Ein Rock- oder Popkonzert kann einen Titel haben, muss aber nicht. «Ich bin ja schon ein Popstar», findet Michael Clark, sein «New Work» lässt er darum erst mal demonstrativ titellos – um es später von zwei auf drei Teile aufzublasen und «all three at once» zu taufen.

Bei der Uraufführung erspart er uns Erläuterungen zum Konzept. Dafür nehmen wir die Liste der eingespielten Songs entgegen und saugen mit unseren Augen die Kostüme von Stevie Stewart auf.

Im ersten der zunächst zwei Teile, der ganz im Zeichen der Band Scritti Politti steht und entsprechend poppig und romantisch ausfällt, tragen die Boys und Girls schwarze Miniröckchen. Es bilden sich Freundesgruppen und auch Pärchen. Doch ihr Begehren hat strikte Grenzen. Choreografisch schwört Clark, der Ex-Punk des Balletts, auf sehr britische Kontrolle auch zartester Anflüge von Leidenschaft. Ebenso effizient zügelt er die Musikalität seiner Truppe. Der Stil seiner Développés ist rigide. Säuberlich unterstreicht er den Gegensatz von Horizontale und Vertikale, geradezu mechanisch sortiert in Träger und Voltigeuse. Ein gestrecktes Bein ist hier kein Foul, sondern ein Keuschheitspfand. Dennoch denkt man dauernd an Fußball, weil die ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Thomas Hahn

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