ludwigsburg: christine chu «ichen»

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 «Das Zeitalter der Ichlinge geht zu Ende», prophezeit Horst Opaschowski in der Wertewandel-Studie der Stiftung für Zukunftsfragen. Der Grund: «Die Krisenerfahrung verändert die Werte­skala der Menschen – das Ich braucht das Wir. Die Sehnsucht nach Halt, nach sozialer Geborgenheit und menschlicher Wärme wächst.»

Mag sein. Doch bevor das Wir wirklich Wert hat, muss erst einmal das eigene Ich stabil sein. Dass diese Selbstfindung alles andere als einfach ist, hat im Frühjahr 2009 Henrietta Horn mit «Schimmer» vorgeführt.

Weniger beschönigend, man könnte auch sagen: entblößter, gibt sich Christine Chu, Folkwang-Absolventin wie Henrietta Horn. Auch sie beschäftigt sich mit ihrem Ich. Eine blonde Perücke verwandelt sie in einen Vamp, dunkle Sonnenbrille inklusive. Das schrille Op-Art-Outfit befriedigt möglicherweise das männliche Begehren. Über das eigene Dilemma hilft der weiße Mini nicht hinweg. «Wen kann ich alles glaubhaft verkörpern?», fragt Christine Chu im Programmheft. Und: «Ist das, was ich für meine Persönlichkeit halte, überhaupt darstellbar?»

Die Frage ist deshalb berechtigt, weil Christine Chu als Solistin aus dem Schwäbischen auch in der Kultur ihrer koreanischen Ahnen ...

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Tanz Januar 2011
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Hartmut Regnitz

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