Leuven on tour: sidi larbi cherkaoui «fractus v»

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Das Publikum im ausverkauften tanzhaus nrw in Düsseldorf applaudierte am Ende von Sidi Larbi Cherkaouis «Fractus V» nicht nur, es erhob sich zu stehenden Ovationen. Warum? Vielleicht, weil alles so klar war. Cherkaouis Stücke geben sich zugewandt, sie bieten Futter; hier sind es jede Menge Tanz und live gespielte und gesungene Musik, zwei Prisen Text, Noam Chomsky und Alan Watts, ein bisschen Theatralisches, variables Bühnenbild und der Meister selbst im Kreis von Tänzerkollegen.

Den Beginn macht Patrick Williams Seebacher, der ein Solo der Zerrissenheit tanzt.

Er greift nicht groß aus, sondern etwas scheint ihn innerlich zu zersplittern. Ein starker, weil schmerzlich langer Moment der Einsamkeit vor aller Augen. Am Schluss steht er wieder allein da, aber jetzt packt er den Breaker aus und formt in wahnwitzigem Tempo mit Armen, Händen, Fingern unendlich viele Kästchen und Winkelchen. Soll das Aufbau statt Zerfall zeigen? Der Mensch als Automat ist eigentlich eine traurige Tatsache. Aber schon brandet der Applaus.

«Fractus»: zerbrochen. Cherkaoui weist auf das Kaputte im Menschen und in der Welt hin. Ob er deshalb die Frauen weglässt? Neben dem Isolierten und Zerhackten in der ...

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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Melanie Suchy

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