Die Lehrer
Sie beide sind ehemalige Étoiles des Pariser Opernballetts und haben im Herbst das LAAC eröffnet, «L’Atelier d’Art Chorégraphique». In dem historischen Studio unter den Dächern des Théâtre des Champs-Elysées, wo einst Größen wie Nijinsky oder Jean Babilée probten, bieten Sie nun Ballett-Training für ambitionierte Profis oder Halbprofis. Schließen Sie damit eine Angebotslücke?
Nicolas Le Riche: Auf jeden Fall. Generell wird Tänzern ein Vokabular vermittelt, aber nicht dessen künstlerisches Potenzial.
Und gerade darauf kommt es uns an, weil wir uns spezifisch an Tänzer wenden, die sich in einer Entwicklungsphase befinden, in der man Entscheidungen über seine Zukunft treffen muss.
Das klingt wie Nachhilfeunterricht. Anders gesagt: Coaching.
Clairemarie Osta: Einige haben schon in bedeutenden Kompanien getanzt. Wir begleiten sie ein Stück weit auf ihrem Berufsweg. Wir mischen die Generationen und wollen die Fortgeschrittenen in die Lage versetzen, Gelerntes zu sortieren und zu verarbeiten. Denn viele sind in einem Alter, in dem nicht mehr viel Zeit bleibt.
Es geht also um mehr als technische Perfektionierung?
Clairemarie Osta: Es geht auch um Lernmethoden, um Ballettrepertoire, und ...
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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Thomas Hahn
Der Tänzerin Marie Sallé wurden 1734 in London Goldmünzen auf die Bühne geworfen, Voltaire verewigte sie in einem Gedicht. Die Verehrer der romantischen Ballerinen tranken Champagner aus deren Spitzenschuhen, zu Carlotta Grisis Bewunderern gehörten Théophile Gautier und Heinrich Heine. In Sankt Petersburg spannten Marie Taglionis Anbeter die Kutschpferde ihres...
Das Publikum im ausverkauften tanzhaus nrw in Düsseldorf applaudierte am Ende von Sidi Larbi Cherkaouis «Fractus V» nicht nur, es erhob sich zu stehenden Ovationen. Warum? Vielleicht, weil alles so klar war. Cherkaouis Stücke geben sich zugewandt, sie bieten Futter; hier sind es jede Menge Tanz und live gespielte und gesungene Musik, zwei Prisen Text, Noam Chomsky...
Graue Panther sind passé. Stattdessen nennt Egon Madsen seine Passagiere «Greyhounds», auf Busunternehmen in Amerika und Australien anspielend. Alle vier sind schließlich ständig unterwegs, von einer Lebensstation zur anderen. Wohin die Reise führt, ob zielgerichtet geradeaus oder rechts ins Abseits – die Fahrbahnmarkierung von Flurin Borg Madsen lässt es offen....
