lest we forget
Am Jahresanfang war das Zentenar in aller Munde. Kein Feuilleton, keine Nachrichtensendung, kein historischer Blog kam ohne schwergewichtigen Essay über den Ersten Weltkrieg aus.
Vom Buchmarkt her erschütterte gar ein mittelschweres Beben die Leselandschaft: Haben wirklich die Deutschen das Katastrophenszenario angezettelt, wie es Fritz Fischers epochale Schrift «Der Griff nach der Weltmacht» 1961 ein- für allemal nachzuweisen schien? Immerhin behaupten neuere Publikationen, dass Europas Mächte und Russland allesamt nur auf einen Anlass lauerten, um ihre imperialen Herrschafts- und Expansionsgelüste auszutoben. Vielleicht – so die Variante des aktuellen Bestsellers von Christopher Clark – sind sie gar als tumbe «Schlafwandler» in das Gemetzel geraten, infolge politischer Ränkespiele und grob fahrlässiger Entscheidungen. Bleibt noch die vierte These, wonach Staaten und Bündnis-systeme wie Dominosteine umfielen, bis die Kettenreaktion alle Alternativen zum Waffengang zunichtemachte.
Gedenken an das Undenkbare
Das Räsonieren darüber, welche Motive im Sommer 1914 zur martialischen Ursünde des 20. Jahrhunderts führten, wird anhalten. Der unmittelbare Auslöser steht dagegen fest: Am 28. ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Reid Anderson, wie sieht man einem 17-, 18-jährigen Tänzer an, wie gut er einmal sein wird?
Früher, als ich angefangen habe als Ballettdirektor zu arbeiten – in Vancouver, in Toronto – sind die Leute von irgendwoher gekommen und haben vorgetanzt. Man musste sich innerhalb von einer Stunde entscheiden, ob man sie oder ihn haben will. Es war schwerer, und es war...
brug schaut dvd_________
tanzt!
Hier ist einiges sehr möchtegern: Dortmunds großes U will aussehen wie die Freiheitsstatute, die kümmerlichen Hochhäuser wie die New Yorker Skyline, und die Fußgängerzone soll dem Times Square gleichen. Tun sie natürlich nicht. Und das Dortmunder Theater kann auch keineswegs mit den MGM-Studios konkurrieren, wo einst die...
Sie sind Mitte dreißig und leben und arbeiten in Madrid. Wie definiert sich Ihre Beziehung zur Tradition des Flamenco?
Ich lernte in strikt traditionellem Rahmen, ging von Kind an in Flamencoschulen und wuchs im Ambiente von peñas flamencas, tablaos, tertulias etc. auf. Meine Beziehung zum Flamenco ist allumfassend, und er bietet mir eine ganze Palette von...
