La Bayadère
Es gibt ein Thema, bei dem Yuri Fateev sofort der Hut hochgeht. Der Chef des Petersburger Mariinsky-Ballett würde am liebsten eine Trademark «Marius Petipa» installieren, findet er doch den Umgang mit dem wegweisenden Œuvre des Franzosen katastrophal: «Die Klassiker werden ruiniert, weil Leute wie Nurejew sie in den Westen exportiert und dann ihr eigenes Ding daraus gemacht haben.
Schauen- Sie sich die Heldenrollen an: athletisches Spektakel!»
So gesehen müsste Fateev die Rekonstruktion von «La Bayadère» gefallen, die Alexei Ratmansky für das Berliner Staatsballett eingerichtet hat. Mit dem Projekt lösen Johannes Öhman und Sasha Waltz, seine Co-Intendantin in spe, das Versprechen ein, das sie anlässlich ihrer Ernennung gegeben haben: das Erbe des Fachs zu hegen und zu pflegen. Und zwar mit radikaler Hand, möchte man nach Besichtigung des Remakes hinzufügen. Denn was Ratmansky aus dem in Harvard archivierten Quell-Code, der um 1905 erstellten Stepanow-Notation von etwa zwei Dritteln des 1877 uraufgeführten Werks, herauszieht und auf die Bühne bringt, wirkt ebenso irritierend wie aufschlussreich.
Erzählt wird (einmal mehr) die Geschichte der Tempeltänzerin Nikia, die dem Krieger ...
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Dorion Weickmann
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