krabbler & kribbler
Was würden Tiere uns wohl sagen, wenn sie wüssten, welch schlechtes Image sie haben, ob in geflügelten Worten oder im Blick der Philosophen? Primitiv seien sie, auf Instinkte, Konsum und Überleben fixiert. Selbst der Philosoph Giorgio Agamben meint noch in seinem Essay «Das Offene. Der Mensch und das Tier» von 2003, der Mensch müsse erst das animalische Restrisiko in sich selbst überwinden, um der Menschheit anzugehören.
Auch er denkt also, Regression und unreflektiertere Gewalt im Alltag seien Anzeichen dafür, dass die Menschheit dauernd Gefahr laufe, in den Zustand des Tieres zurückzufallen. Fraglich zwar, ob Tiere wirklich regressiv und unreflektiert gewalttätig sind, aber wie will die Menschheit überleben, fragt Agamben, wenn wir als Zoon politikon, als tatsächlich politisches Tier, uns nur noch durch einen Körper mit einem entpolitisierten Geist begreifen? Dann näherten wir uns doch der hedonistischen Endlösung, der Selbstzerstörung.
Nun kann man fragen: Ist der unpolitische Konsument wirklich auf dem Rückweg ins Reich des Animalischen? Keine andere Tierart als unsere hat es in der Hand, Zivilisationen zu vernichten, geschweige denn, die entsprechenden Pläne dazu zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dieser Wettbewerb traut sich was. Juliane Rößler rief ihn vor fünf Jahren ins Leben, nicht, um dem Ballett den Rücken zu kehren, sondern um dem altbackenen Allmachtsanspruch des Balletts die Kreativität der Choreografen entgegenzuschleudern – die selbstredend auch mit Balletttechnik im Ludwigshafener Pfalzbau ihren battle veranstalten, wie es ihnen parallel der...
1985 wurde die französische Choreografin berühmt, als sie mit Jean Paul Gaultier «Le défilé», eine kubistische Modenschau, als Satire herausbrachte; auch Gaultier wurde etwas berühmter, weil er seine Haute Couture über die Tanzszene zu etablieren begann (heute noch arbeitet er etwa mit Angelin Preljocaj). Damals galt diese Grenzüberschreitung als Befreiung und...
Sie hat sich gewünscht, dass der «Tanz immer mehr zu einer Kunst werden kann, die menschliche Größe befördert». Und dass er «nicht vornehmlich geistige Armut erzeugt durch Überbewertung mechanischen Trainings und engstirniges, leistungsbezogenes Denken». Mit unerschöpflicher Energie widmete sich Elise Ribeiro Ralston ihrer Kunst, mehr als zwanzig Jahre lang an der...
