Köln: Richard Siegal «On Body»

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Richard Siegal ist bipolar, und zwar «bipolar begabt». Er liebt und kann als Choreograf einfach beides. Kann großes klassisches Ballettensemble und kleine freie Szene. Kann Bayerisches Staatsballett und The Bakery, die von ihm einst gegründete experimentierfreudige Plattform für interdisziplinäre Kunst.

Seit anderthalb Jahren hat er nun eine eigene Kompanie, das von München und Köln finanzierte Ballet of Difference (tanz 7/17), und erwartungsgemäß muss das auch beides können: genial-hochgetunten Spitzentanz der Forsythe-Schule einerseits, Überwindung des zeitgenössischen Balletts andererseits, etwa mit total unballettös-lautstarkem Trampeltanz.

«Made for Walking» heißt die Uraufführung im neuen dreiteiligen Programm, und wer jetzt dem Titel reflexhaft «These Boots Are …» voranstellt wie in Nancy Sinatras Song – der liegt richtig: Die vier Tänzer dieses Stücks tragen zum schlichten, sandfarbenen Kittel-Kleidchen schwarze Stiefeletten, mit denen sie energisch Rhythmus erzeugen. Sie klackern lässig mit den Absätzen wie Stepptänzer. Sie paradieren in soldatischer Linie mit hochgeworfenen Beinen am Publikum vorbei und trippeln auch schon mal so puppenhaft, als wollten sie das ...

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Tanz Juli 2018
Rubrik: Kritik 7/18, Seite 42
von Nicole Strecker

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