köln: anja kolacek...
...und Marc Leßle halten die Kölner auf Trab. Nach dem Tanzhaus interim, das die Szene als einen unlauteren Vorstoß gegen die Realisierung eines eigenen Tanzhauses ansah – ohne dass irgendjemand das endlich mal wahr macht –, sind die beiden Avantgardisten schon wieder fündig geworden, diesmal im Stadtteil Deutz. Ein «Zentralwerk der Schönen Künste» nennen sie ihren Performanceort, und der verzichtet, weil sie so heftig geprügelt wurden, auf Spartengrenzen. Etwas trotzig heißt es dennoch, die «Schwerpunkte liegen beim Tanz und der jungen Szene».
In der ehemaligen Hauptverwaltung der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke öffnen sie die Pforten am 18. Juni, ganz programmatisch. Ihr Motto lautet: «Tretet ein, denn auch hier sind Götter!», was den Katholiken in Köln sehr gut gefallen wird, zumal die beiden «eine Messe mit alten und vielleicht zukünftigen Ritualen» und «Exerzitien der manchmal anderen Art» abhalten wollen, um «im schlimmsten Falle eine neue uncommode Religion» zu gründen – nämlich die eines unfehlbaren Tanzglaubens, der trotz oder wegen Verfolgung durch Politiker und Provinzler, durch ältere Kollegen und uralte Ressentiments sich durchsetzen wird: Tanz ist in Köln vor allem ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann
Wie ein Rücken liegt die Stadt da, gebogen; sie strahlt beinah Geborgenheit aus, wenn man auf dem neuen Flughafen am Mittelmeer landet. Beirut ist furchtbar anheimelnd. Im zeitgenössischen Tanz arbeitet sich der Ort gerade nach vorn, als Treffpunkt der immer noch kleinen Tanzszene in der riesigen Welt von Marokko bis Irak, die zum zweiten Mal seit 2009 zur...
Dies ist der Sommer der Flashmobs. Ob zum Tag des Tanzes in Berlin, ob eine «BollyHop»-Parade wie eben in Wien, ob zum «Eurovision Song Contest» in Düsseldorf – nirgendwo fehlt er, der Massenauflauf der Menschen, die zum gleichen Schritt den Puls der Welt spüren, die Energie der Menge und die Lust im Schwarm. Oder im Rudel. Je nachdem. Einst von Michel Reilhac als...
Eine Frau joggt auf der Stelle, tapp, tapp, tapp. «Well, well, well!», ruft ein Mann mit Hut ihr zu. «Look at you! You’re looking good!» Mit einem langsamen Ausfallschritt steigert er seine Begeisterung, reckt die Hände zur Decke, während sie ihre Hochleistungsperformance intensiviert. Am Rand der Spielfläche wartet eine zweite Frau auf ihren Einsatz, auf ihren...
