Kettly Noël
Kettly Noël bezeichnet sich gern als «schwarze Choreografin, die in Afrika arbeitet» – die Differenzierung ist ihr wichtig, denn sie kommt aus Haiti, nicht aus Mali, wo sie heute wohnt – nach Zwischenstationen in Paris und Benin. In den «besseren Vierteln» der Hauptstadt Bamako hat sie ein schönes Haus mit einem Theater im Garten. Dort lebt und arbeitet sie, und wenn sie sich in eine Idee verbohrt, verlässt sie das Grundstück mitunter tage- und wochenlang nicht.
Sie ist eine Besessene, eine Visionärin, die den afrikanischen Tanz von der Tradition befreien und als zeitgenössischen neu erfinden will. Diesen Ansatz teilt sie mit vielen Choreografen des Kontinents, aber sie ist vermutlich die radikalste. Um sich mit ihren Kollegen auszutauschen, hat sie das panafrikanische Festival Dense Bamako Danse gegründet, zu dem sie ihre Mitstreiter aus den Nachbarländern einlädt. Es gibt Aufführungen, Workshops, Träume, und im nächs-ten Jahr, wenn Bamako als Afrikanische Kulturhauptstadt glänzt, soll das Festival besonders groß und stark werden.
«In Afrika nimmt man den Tanz als Kunst nicht ernst, weil er so selbstverständlich ist», sagt sie und bemüht sich nach Kräften, das zu ändern. Mit ihrem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Fast wäre Monika Gintersdorfer eine ganz normale Regisseurin am Stadttheater geworden. Lauter deutsche Erstaufführungen, routinierte Textbehandlung, eloquente Übersetzungen junger Autoren. So ging es von der Studiobühne zu den Salzburger Festspielen. Dort hat man ihr auf die Finger gehauen. Zum Glück. In einer Aktion namens «Ausziehen» zerschmetterte sie darauf in...
Auf der Suche nach einer Ballerina: «Wo ist Lisa-Maree Cullum?» Die Community war letztes Jahr in Aufruhr, im Sommer wurde in Internet-Foren nach der Münchner Ersten Solistin geforscht. Von einer Knieoperation munkelte man, und dass die Neuseeländerin, die seit über zehn Jahren zum Bayerischen Staatsballett gehört, vielleicht nie mehr wieder auf die Bühne...
Noch ist sie Gruppentänzerin im Hamburg Ballett. Im verflixten siebten Jahr startete die bühnenpräsente 27-jährige Brasilianerin durch. Sie profilierte sich in mehreren Solopartien, weckte bereits in der ersten Spielzeit-Premiere als Mädchen in John Neumeiers Choreografie von Maurice Ravels «Daphnis und Chloë» Aufmerksamkeit und Neugier. Mariana Zanotto gab der...
