Mariana Zanotto

Tanz - Logo

Noch ist sie Gruppentänzerin im Hamburg Ballett. Im verflixten siebten Jahr startete die bühnenpräsente 27-jährige Brasilianerin durch. Sie profilierte sich in mehreren Solopartien, weckte bereits in der ersten Spielzeit-Premiere als Mädchen in John Neumeiers Choreografie von Maurice Ravels «Daphnis und Chloë» Aufmerksamkeit und Neugier. Mariana Zanotto gab der leicht ins Sentimentale abgleitenden Rolle der Chloë eine frische, selbstbewusste Direktheit und meisterte souverän die technischen Schwierigkeiten.

Kein blasses Internatsmädchen kaperte sich da einen unsicheren Träumer (ebenfalls ideal besetzt, der sinnliche Alexandr Trusch). Vielmehr entschließt sich eine junge Frau mit Temperament zu handeln und sich zu holen, was sie will.
Der Schotten-Pas-de-deux aus «La Sylphide» und ein Duett in «Verklungene Feste» folgten. Charme, psychologische Einfühlung, eine ungeküns-telte, spontan wirkende Ausdruckskraft zeichnet ihre Darstellung aus. Bei aller Initiative und Kraft bewahrt sich Zanotto eine unschuldige Anmut und natürliche Grazie, die sie als Marie in Neumeiers «Nussknacker» voll auszuspielen versteht. Die verführerische Kokotte Olympia in «Die Kameliendame» erweiterte noch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 145
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ivo Dimchev

Wenn sich etwas (oder jemand) als «Bruch» präsentiert, sollte man ihm miss-trauen. Weil die Theater und Festivals zwar neu, anders und radikal sein, doch immer ihre Zuschauermassen befriedigen müssen, zeigen sie jeden Künstler, der verspricht, nicht nur nackt zu sein (was längst nicht mehr radikal ist), sondern weiter zu gehen, nämlich der eigenen Haut treu zu...

Hélène Bouchet

Elfenhaft. Das ist ein geläufiges Lobeswort für Ballerinen. Die Phrase zeigt zwingend auf den Stil der Romantik-Epoche. Das Klischee gegen den Strich zu bürsten, es sehr persönlich mit Leben von heute zu füllen und doch etwas vom historischen Zeitgeist zu vermitteln, das ist Hélène Bouchets phänomenale Leistung bei ihrer Reanimation von «La Sylphide» am Hamburg...

Der Ballettdirigent André Presser

Der holländische Ballettdirigent André Presser ist zwar seit 2001 verrentet, aber er dirigiert nach wie vor etwa zwanzig Ballettabende im Jahr. Im März kommenden Jahres wird er «La Sylphide» in Hamburg anführen. Auch in Karlsruhe ist er zu Gast. München, wo er lange Jahre den Stab an der Staatsoper hob, wenn Ballett auf dem Programm war, steht auf seinem...