Katharina Christl
Die Dresdnerin hat von 1990 bis 1996 an der Palucca Hochschule für Tanz studiert. Dann zog es sie in die Tanzwelt, vornehmlich zu Frédéric Flamand nach Frankreich. Fast zehn Jahre war sie beim Ballet National de Marseille als Solistin engagiert, tanzte in Choreografien von Richard Siegal, Emanuel Gat, Annabelle Lopez Ochoa, Pascal Touzeau oder Yasuyuki Endo.
Sie begann mit choreografischen Arbeiten, erforschte performative Formate, war mehrfach als Gastdozentin im Themenbereich von Tanz und Architektur gefragt und erarbeitete sich so die -nötigen Voraussetzungen, um zeitgenössisch orientiertes choreografisches Können weiterzugeben.
Zurück in Dresden, übernahm sie als Professorin die Leitung des neu konzipierten Masterstudienganges Choreografie an der Palucca Hochschule. Sowohl bei Showings der Studierenden wie in Gesprächen mit ihnen ist erkennbar, dass Katharina Christl die eigenen Erfahrungen und Prägungen in konstruktive Korrespondenzen zu den ästhetischen Visionen der Auszubildenden zu setzen weiß. Die ersten Masterarbeiten, in Kooperation mit Studierenden der Hochschule für Bildende Künste entstanden, machen berechtigte Hoffnung, dass hier Begabungen erkannt und gefördert, ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 155
von Boris Gruhl
Unter den vielen klugen, charmanten Momenten des Duetts «The Way You Look (at me) Tonight» gibt es eine Szene, in der die schottische Tänzerin Claire Cunningham ihrem amerikanischen Kollegen Jess Curtis erklärt, wie man eine Krücke am besten auf dem Boden justiert, um mit den Beinen – schwups – um sie herumzuschwingen oder die Hand so geschickt an die Gehhilfe...
Ligia Lewis kreiert engagierte, dissonante, notwendige Tanzstücke. Bestes Beispiel: «Minor Matter» (2016), von der Choreografin gemeinsam mit -Tiran Willemse und Corey Scott-Gilbert performt – abstrakt und zugleich unerhört persönlich. In Zeiten neu aufkeimender rassistischer Gewalt und der vor diesem Hintergrund agierenden internationalen Bewegung «Black Lives...
Sie ist eine Virtuosin. Auf Krücken. Sie ist hochspezialisiert und – beziehungsweise: weil – gehandicapt. Zwischen diesen Eckpunkten hat die schottische Performerin Claire Cunningham sich ihren eigenen -Aktionsradius geschaffen und ihren Blick auf die Welt kontinuierlich erweitert. Und den unseren als Zuschauer gleich mit.
Anfangs zeigte sie auf der Bühne...
