Ligia Lewis
Ligia Lewis kreiert engagierte, dissonante, notwendige Tanzstücke. Bestes Beispiel: «Minor Matter» (2016), von der Choreografin gemeinsam mit -Tiran Willemse und Corey Scott-Gilbert performt – abstrakt und zugleich unerhört persönlich.
In Zeiten neu aufkeimender rassistischer Gewalt und der vor diesem Hintergrund agierenden internationalen Bewegung «Black Lives Matter» erkundet die in Berlin lebende Tänzerin und Choreografin mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik und den USA eine zentrale Frage, die bereits in Lewis‘ eigener Beschreibung von «Minor Matter» anklingt: Kann die Black Box schwarze Erfahrungswelten abbilden, die die Grenzen bloßer Identitätspolitik sprengen? In Interviews spricht Lewis davon, «Zeichen im Raum» zu setzen mit Hilfe von detaillierter physischer Ermittlungsarbeit, die unwiderruflich mit dem Erinnern verbunden ist.
Lewis legt Grenzschichten frei, wenn sie die Themen Haut und Fleisch bearbeitet. Sie dringt unvermittelt zum Wesentlichen vor, wenn sie die Trennlinien zwischen Öffentlichkeit und Performer herauspräpariert und dabei die Demarkationslinien nachzeichnet, die durch das Ich verlaufen. Sie schafft Räume für unerzählte Geschichten und überhörte ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 164
von Philip Szporer
Sie ist eine Virtuosin. Auf Krücken. Sie ist hochspezialisiert und – beziehungsweise: weil – gehandicapt. Zwischen diesen Eckpunkten hat die schottische Performerin Claire Cunningham sich ihren eigenen -Aktionsradius geschaffen und ihren Blick auf die Welt kontinuierlich erweitert. Und den unseren als Zuschauer gleich mit.
Anfangs zeigte sie auf der Bühne...
Lorenzo Trossello hat einen jener überirdisch proportionierten Körper, die den Gedanken nahelegen, er stehe mit Gott auf ganz besonders gutem Fuß: hochgewachsen, muskulös, mit breiten Schultern und kräftigen Beinen, dazu ein ideales Bühnengesicht mit großen dunklen Augen, markanter Nase und gewinnendem Lächeln. Seit seiner Aufnahme am Northern Ballet in Leeds im...
Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.
Joudehs Geschichte hat in den...
