Jenseits
Seit dem Kinoerfolg von «I Robot» – er handelt von humanoiden Haushältermaschinen, in deren Reihen eine «terroristische Fehlkonstruktion» Unterschlupf findet – erkennt man den gemeinen Roboter daran, das er stabil auf zwei Beinen steht und sich so devot verhält wie ein schüchternes Frauenzimmer aus dem 19. Jahrhundert. In Japan verehrt man weibliche Unterwürfigkeit, man betet sie geradezu an. Es ist aber nur scheinbar eine «Rückkehr zu alten Werten» – hier, wo der Westen nur ein Abziehbild sein muss.
Die «Dancing Machine» mit dem Monroe-Gesicht, präsentiert bei der jüngsten Roboterausstellung in Tokio, ist schickliche 1,65 m klein und lässt sich lediglich führen. Ein Netzwerk von Sensoren sorgt dafür, dass sie die Tanzbewegungen ihres Partners erkennt und darauf reagiert. Sie ist nicht auf Walzer oder Tango programmiert – Tanzen muss man selber können, um das Produkt der Tohoku-Universität zu genießen.
Nun will niemand einen Roboter als Tanzpartnerin kaufen (die Leasing-Rate pro Jahr würde knapp 140 000 Euro betragen). Es geht dem Geld gebenden Honda-Konzern vielmehr darum, dass Männer bei Robotern fürchten, ihnen unterlegen zu sein. Anders als bei Motoren müssen Robotor, die den ...
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Viel Anspruch
liegt auf dem Kaffeesatztanzboden. Stellen wir uns den Tänzer als ein Pferd in einem leeren Swimmingpool vor, dem man zuruft: Komm raus aus dem Pool. Doch mit bloßen Hufen ist der hohe Beckenrand nicht zu erklettern.
Mindestens ebenso tief wie der Pool sind die Gedanken, die sich Künstler machen, um hinauf in den Kreis der Gartenparty-Angesagten zu...
Wie haben Sie sich, als Choreografin, der Wissenschaft nähern können? Ich bot einem Labor im Bereich der Weltraumforschung ein Tanztraining für Astronauten an. Ich hatte es vorher an der Uni in Medizin versucht, aber die schneiden alles nur in Stücke. Das ist nicht der Körper, wie wir ihn im Tanz verstehen. Von der Neurophysiologie, die auch den Körper in der...
Wenn er mit wehendem Cape die Bühne stürmte, als wolle er abheben wie ein edler Vogel, stockte den Ballettomanen bis zum dritten Rang der Atem. Nobel, elegant, kraftvoll dehnte sich seine edle Linie bis in den Bühnenkosmos aus – ganz so, wie es die Prinzen, die Liebenden, die selbstquälerisch Leidenden im avantgardistischen Ballettdrama Tatjana Gsovskys...
