Wo Forscher schweben
Wie haben Sie sich, als Choreografin, der Wissenschaft nähern können? Ich bot einem Labor im Bereich der Weltraumforschung ein Tanztraining für Astronauten an. Ich hatte es vorher an der Uni in Medizin versucht, aber die schneiden alles nur in Stücke. Das ist nicht der Körper, wie wir ihn im Tanz verstehen. Von der Neurophysiologie, die auch den Körper in der Schwerelosigkeit erforscht, war ich dagegen sehr begeistert. Aber ich habe lang gebraucht, um meine Komplexe gegenüber der Forschung abzulegen.
Am Ende konnte ich zwar vor Forschern einen Vortrag halten, musste aber begreifen, dass ein Labor hierarchisch funktioniert, dass Forscher sich vor ihren Computern isolieren und miteinander im Wettbewerb stehen. Da passt keine Tänzerin rein, schon gar keine, die Erkenntnisse aufzeigen will. Was ich als Künstlerin denke, ist nicht bewiesen. Und welchen Titel habe ich? Was habe ich überhaupt in einem Labor zu suchen? Es kam zum Bruch, und der tat weh. Dabei gibt es in der Wissenschaft so wunderbare Begriffe wie die «subjektive Vertikale», die sich auf das Paradox zwischen der Wahrnehmung der Schwerkraft und der Selbstwahrnehmung bezieht, und das gilt ganz genau auch für die Vertikale im ...
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To get a grasp of what´s going on in contemporary dance in Russia, a visit to Moscow´s annual TSEH festival is highly recommended. Founded a couple of years ago as one of the platforms for Les Rencontres Chorégraphiques de Seine-Saint-Denis, TSEH fulfills a key function in Russian dance, as a presenter and network focus on a national and international level.
Contemp...
Zur Begrüßung: dieses Lächeln. Es füllt ihr blondes, helles Gesicht so vollständig aus, dass sie die Augen senkt und die Nase kraus zieht. Sie kommt direkt von der Probe, und das strahlende Lächeln der jungen Prinzessin Aurora, die auf der Bühne bald in hundert Jahre dauernden Schlaf fallen wird, zuvor aber dem Prinzen kräftig den Kopf verdreht, liegt noch wie...
Meg Stuart choreografiert Doktorspiele. Bei «Visitors Only» (2003) baute ihr Anna Viebrock eine zweistöckige Klinik für Demenz-Patienten. In «Alibi» (2001) entstand eine grausam zitternde Ich-Verleugnung mit einer Kompanie, die seither bei jeder Schlussparty eines Stücks ins berühmte Meg-Stuart-Shaken verfällt. Um das Gruseln abzuschütteln, das in sie fuhr. Den...
