Jenseits
Eine Zeit lang nannte der Branchenspott ihn Robert «Long ago» – Robert Longo galt als ultimativer Vertreter der 1980er Jahre: Post-Punk, New Wave, New-York-hip, in steter Reaktion auf ein selbstgewisses, aber untergründig selbstzerstörerisches Corporate America. Longo, der Bildhauerei studiert hatte, als Zeichner und Filmregisseur bekannt wurde, sah den Fall mitten in der Epoche des Hochmuts voraus. Zwischen 1977 und 1983 entstand eine Serie von Kohlezeichnungen – «Men in the cities» – nach Fotografien, die er auf dem Dach seines Apartmenthauses von Freunden und Bekannten machte.
Er bewarf sie mit Objekten oder riss an Seilen, an denen er sie angebunden hatte, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er hielt Gestalten im Bild fest, die sich krümmten wie Peckinpahs Bonnie und Clyde im Kugelhagel. Geprügelte Erfolgsmenschen in Jackett und Krawatte, unterlegen im Kampf mit unsichtbaren Gegnern. Gefakte Filmstills einer ruckartigen und krampfhaften, aber seltsam grazilen Choreografie der Gewalt. Er sagte dazu: «Modernen Tanz mag ich nicht; wie Figuren in Filmen sterben, ist der beste Tanz, finde ich: Sie taumeln und zucken und explodieren im Raum …» Und: «I want to take that imbalance ...
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Selbst in Spanien spricht man von einer Renaissance des Flamenco. Tänzer wie Israel Galván beweisen, dass der ursprüngliche Volkstanz einen erneuerten Platz auf der Theaterbühne verdient. Postmoderner Flamenco wird, zumindest für die Los Angeles Times, zum Begriff, und Aurélien Borys neuestes Stück für die französische Tänzerin Stéphanie Fuster gehört in genau...
Ja, er ist es, der Kylie Minogue und Tina Turner zum Tanzen brachte. Dass ein Choreograf den Ausflug in die Pop-Etage des Tanzes auch gut für eine ernsthaftere Annäherung gebrauchen kann, sah man dem katalanischen Choreografen Rafael Bonachela bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen etwas zu mühelos an. Immerhin dort zeigte das in London beheimatete Ensemble seine...
Was hat die Maniküre mit den liturgischen Ges-ten eines Bischofs gemeinsam, was soll ein Pferdedoktor mit einem Kampfpiloten gemein haben, was eine Goldschmiedin mit einem Plakatekleber? Alle lieben ihren Job. Alle üben ihn mit Hingabe aus, und alle tun es geschickt mit ihren Händen. Darum heißt das, was einst eine Kunst genannt wurde: Handwerk.
Pascale Houbin...
