interviews: natasha hassiotis
natasha hassiotis ist studierte Juristin und Tanzwissenschaftlerin und seit Anfang der 1990er-Jahre u.a. auch für tanz als Kritikerin unterwegs. Wer so viele Gespräche wie die griechische Journalistin geführt hat, sitzt irgendwann auf einem Berg von Material, das sein Verfallsdatum überschritten hat. Sollte man meinen. Aber die Lektüre von «Great Choreographers – Interviews» überzeugt vom Gegenteil, weil die knapp vierzig, zwischen zwei Buchdeckeln abgedruckten Frage-und-Antwort-Formate spiegeln, welche Vielfalt der Sammelbegriff «Tanz» in sich birgt.
Hassiotis hat von Pina Bausch und Maurice Béjart bis Hofesh Shechter Choreografen aus verschiedenen Generationen, Erdteilen, Schulen, Stilrichtungen das Mikro unter die Nase gehalten. Abgesehen davon, dass sie dem einen oder anderen Gegenüber sehr Persönliches entlocken konnte, besticht der charakteristische Arbeitsansatz, von dem sich der Einzelne leiten ließ, leiten lässt.
Eine gehaltvolle Dreingabe sind bislang unveröffentlichte Interviews, etwa die 1997 aufgezeichnete Unterhaltung mit Trisha Brown. Nichts hat die Pionierin des Postmodern Dance damals mehr erbost als die kurze Finanzleine, an der sie sich und ihresgleichen strampeln ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: medien, Seite 62
von Dorion Weickmann
stuttgart_________
colours
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