meine beine sind waffen
Der Cancan ist «French», so viel ist klar. Aber ganz anders, als wir bisher dachten. Im Rampenlicht des Moulin Rouge bleibt seine wahre Geschichte unsichtbar. Was dort geschieht, ist Blendwerk für Touristen, aber auch für Frankreich selbst. Natürlich kennt alle Welt die Cancan-Legende La Goulue (Die Fresserin) auf den Bildern und Plakaten von Toulouse-Lautrec.
Doch wer weiß heute noch, welchen gesellschaftlichen Stellenwert Tänzerinnen wie sie und ihre Konkurrentinnen Grille d’Égout (Gullideckel) oder La Môme Fromage (Der Käsebalg) besaßen? Schon ihre Namen machen den Unterschied zum heutigen, touristentauglichen «French Cancan» deutlich. Der Tanz von einst war nicht «French», sondern frech, ein äußerst lebhaftes Kind der Revolution von 1830, mit der sich das Bürgertum nach einer Phase der Restauration Macht und Einfluss verschaffte. Und er war ein schmerzvoll erkämpfter Durchbruch der weiblichen Emanzipation.
Sein ursprünglicher Name lautete: Le Chahut (Der Radau)! Es handelte sich um eine Art Anti-Tanz, einen wilden Galopp, entstanden in den öffentlichen Ballhäusern, den Guingettes. Dorthin ging man eigentlich, um die strikt geregelte Quadrille zu tanzen. Über einhundert Ballsäle ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Thomas Hahn
Sechs Studenten pro Jahr kommen in den Genuss, in den Räumlichkeiten der Uferstudios im Berliner Wedding zu Choreografen zu reifen. «Sechs Studenten», sagt Wanda Golonka, seit dem Wintersemester 2013/14 Professorin am Master-Studiengang Choreografie, «das sind jedes Jahr sechs Tanzkünstler mehr zu den 3000, die es schon gibt in Deutschland». In der Kunst herrscht...
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