In die Schule!
Auf in die Schulen!, hieß es bei den Künstlern, vor allem bei denjenigen aus dem Schauspiel, in den 1970er Jahren. Das Theater war eine ungemein kraftvolle, hochpolitische Angelegenheit – und es wollte wirklich etwas verändern. Wo wäre das wichtiger und wirksamer gewesen als an den Schulen? Doch die Kreativitäts-Attacken verliefen, ebenso wie viele andere damalige Reformen, im Sande. Deutschland parierte den 68er-Schock im Bildungssystem mit Restauration, und ist erst durch die Pisa-Studie wieder aufgewacht.
Jetzt ist es der Tanz, nicht das Schauspiel, der am vehementesten die Schulen erobert. Aber anders als in den 70ern gehen die Impulse dieses Mal nicht von einer politisierten Kunst aus. Im Gegenteil. Dort, bei der Arbeit an den Schulen, zeigt sich ein soziales Engagement, das der Tanzkunst – das Feld der interkulturellen Auseinandersetzung ausgenommen – fehlt, oder aber unglaubwürdig und aufgesetzt daher kommt. Vielleicht, das bleibt abzuwarten, funktionieren solche Impulse ja auch andersherum.
Der Tanz jedenfalls hat den Weg von der Straße in die Schulen gefunden. Interessanterweise nicht nur in Deutschland, wo der Film «Rhythm is it!» und das leuchtende Vorbild Royston ...
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Martin Nachbar ist ein Vertreter des zuletzt viel geschmähten Konzept-Tanzes – und sicherlich einer der klügsten. Mehr noch: Der in Berlin lebende Choreograf hat immer wieder den Beweis erbracht, dass ein Konzeptualist nicht nur gewitzt, sondern witzig sein kann. Martin Nachbar ist hungrig auf Wirklichkeit – und er stiftet Nachbarschaften, indem er zusammendenkt,...
Das Burgenland ist ein schöner Platz in Österreich: sanfte Hügel, weite Felder, dazwischen verstreut Dörfer und Städtchen. Potenzielle Ufo-Landeplätze in rauen Mengen. Der Burgenländer befeuchtet seine Kehle gern mit trockenen Weinen und gerät darob bisweilen in ordentliche Wallungen. Blutgierig tanzen Schwärme von Mücken an den Ufern des Neusiedler Sees.
In...
Hoffnungsträger im Tanz? Wenn ich darüber nachdenke, trage ich eine Menge Hoffnung mit mir rum. So hoffe ich ganz doll, dass die WM-ähnliche Vereins- und Netzwerkeuphorie außer großen Parteitagen auch ihre Gegenbewegung erzeugt. Über unsere Erfolge haben wir 2006 genug geredet, jetzt hoffe ich auf vermehrte künstlerische Eigensinnigkeit. Keine Regierungserklärungen...
