Im falschen Format
Es gibt 244 Fernsehsender in Deutschland (Stand Juni 2005 laut www.medienindex.de). Also müssen abertausende Sendeminuten täglich gefüllt werden. Doch bis auf den sonntäglichen Primetime-Platz bei arte, gelegentlich einem Samstagabend bei 3sat und die eine oder andere Wiederholung im Vormittagsprogramm der Regionalsender der ARD, findet Tanz im Fernsehen nicht statt.
Das haben die Tübinger Kulturwissenschaftlerinnen Ute Bechdolf und Monique Scheer schon 1998 herausgefunden und das gefühlte Wissen um die zivilisatorische Relevanz des Tanzes wissenschaftlich belegt: getanzt wurde immer und überall. Nur nicht im Fernsehen. Jedenfalls nicht in Europa, das sich emanzipiert haben will vom anthropologischen «Urphänomen» der Rhythmischen Bewegung, das der Kommunikation über «die letzten Gründe» diene. Tja, letzte Gründe religiöser Weltverbundenheit im säkularen Fernsehen sind eben wenig vorstellbar. Obwohl die meisten Religionen den Tanz als Medium zum ganzheitlichen Dialog mit Gott nutzen, hat das christliche Abendland das Transzendente eher im Schreiben und Sprechen gefunden. Gut so, möchte man meinen, wenn man sich die Option eines Ratzi-Dance um den Heiligen Stuhl oder eines tanzenden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun. Ich bin ein Prophet!», ruft der Blinde. Die Fee im weißen Brautkleid verwandelt sich in Hund, Rabe und Katze. Sie kann sich auch auf Porzellanscherben räkeln. Sie stellt metaphorische Fragen, die an Grimms Märchen erinnern und führt uns durch den Film. Auch andere «Warriors Of Beauty» kehren regelmäßig ins...
Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation...
Helsinki V International Ballet Competition in May-June 2005 introduced Daniil Simkin, 17 years old dancer from Russian origin, living in Wiesbaden, Germany. Daniil is still young, rather short and has a boyish outlook. But when this guy starts to dance, forget the rubbish about a “cute little boy.“ Here comes the young master!
Helsinki competition was a celebration...
