Anne Juren
Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation und Perzeption. Der Markt hat sowohl Bedarf an etablierten als auch nach neuen Positionen in der Kunst.
Für junge Tanzschaffende ist es heute sicher leichter, international wahrgenommen zu werden als noch vor einem Jahrzehnt. Ein gutes Zeichen. Die aus Grenoble stammende und in Wien lebende Tänzerin und Choreografin Anne Juren allerdings hätte wohl auch in weniger aufgeschlossenen Zeiten früh Aufmerksamkeit erregt. Zur Zeit gehört die 27-Jährige zu jenen jungen Künstlerinnen in Europa, die eine theorienahe Denkweise mit den Möglichkeiten des Tanzens verbinden, sich mit Energie und Repräsentation, Technik und Geschichte, Narration und Perzeption noch einmal – und wieder ein wenig anders als die Protagonisten der 1990er Jahre – auseinander setzen. Juren folgt einem Weg, der nicht mit Dogmen gepflastert ist, sehr wohl aber in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist ja nicht unbedingt so, dass die Berliner Philharmoniker in den letzten Jahrzehnten als besonders unelitäres Orchester-Kollektiv aufgefallen wären. Und nicht alle Mitglieder des Traditionsklangkörpers mögen gleich Feuer und Flamme für die sozial-pädagogische Ader ihres Chefdirigenten sein. Ohne Simon Rattle hätte es die Education-Arbeit bei den Berliner...
Eine junge Frau geht die Straße entlang. Eigentlich tänzelt sie fast. In den Händen hält sie einen Vorschlaghammer. Die Kamera zeigt die Frau auf dem Gehweg, rechts von ihr am Straßenrand die lange Reihe geparkter Autos. Im Gehen holt sie immer wieder aus. Scheiben splittern – Pipilotti Rist inszenierte so einen wahren Scherbentanz. Noch Performance, schon...
“Who needs the Butterfly Effect when you’ve got me? – Godzilla of the performance art world!,” says Liz Aggiss in hilariously accurate self-mockery, of a Barbie doll in red evening gown, seared onto a toy globe. As the doll bends in the middle, the whole world moves up on the ends of her feet. This prop is one of many in Aggiss’ splendid performance lectures in...
