Hongkong
Hongkong ist die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt. Acht Millionen Menschen leben entlang der 263 Inseln am Perlfluss-Delta. Die Geschäftigkeit in den Zentren Hongkongs wirkt zwischen den eng stehenden Hochhausriesen wie ein durch Röhren schießender Strom, in dem es keinerlei Nischen und niemals Ruhe gibt. Die Masse wird geschleust, dirigiert und ständig vor sich selbst gewarnt: «Mind your step», «Mind your head». Nur in der Nähe eines winzigen Parks oberhalb des Finanzdistrikts, hinter der halb herabgelassenen Jalousie -einer Bar, dringen Geräusche ans Ohr, die anders klingen.
Zutritt nur für ein Dutzend geladene Gäste. Sie erzählen, wie sehr sich das liberale Hongkong verändert hat. Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit stehen auf dem Spiel, seitdem «Mainland», gemeint ist China, beide zurückschraubt. Der aktuelle Fall eines Korrespondenten der «Financial Times» macht die Runde, der kurz vor Weihnachten einem Oppositionellen die Gelegenheit gab, sich öffentlich zu äußern. Der Journalist Victor Mallet wurde ausgewiesen. Ein Präzedenzfall. Die versammelten Künstler, Filmemacher, Choreografen wollen dem Briten nun am liebsten nacheilen. Eine müde wirkende Malerin schwärmt von ...
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Tanz Februar 2019
Rubrik: Ideen, Seite 58
von Arnd Wesemann
Sein Blick geistert am Rande des Irrsinns, flackert auf und erlischt mit dem Ein und Aus eines Atemzugs. Sechs Hände greifen nach dem Kind, das sich in seine Halsbeuge schmiegt, Stimmen flüstern, locken … «gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir». Kein Erbarmen, kein Entrinnen. Der Vater verliert den Sohn an die Dämonen, die im nachtschwarzen Wald ihr Unwesen treiben:...
Als die Nationalsozialisten Oskar Schlemmer mit einem Berufsverbot belegten, bot ihm der Wuppertaler Unternehmer Kurt Herbert in seinen Farbwerken Schutz und Arbeit. Hier konnte der Choreograf unter den bildenden Bauhaus-Künstlern in einem Lacklabor mit anderen verfemten Kollegen die Verwendung neuer Kunstharzlacke erforschen. Und hier entstand kurz vor seinem Tod...
Für dieses Projekt hat er fast ein Jahrzehnt geackert, und zwar unter den -Argusaugen der Yellow Press. Die nämlich posaunte 2011 heraus, dass sich Mick Jagger für die Konzerte der Rolling Stones weder mit Zumba noch mit Capoeira fit hält, sondern: an der Ballettstange. Für März ist nun am Mariinsky eine Uraufführung anvisiert, kuratiert von Jagger, choreografiert...
