Hinter den Kulissen
Äußerst peinlich, wenn ein Redakteur noch knapp vor Redaktionsschluss Gerüchten glaubt. Hugo de Greef, Leiter des Kulturzentrums für Musik in Brüssel, Flagey, lebt. Anders als im Editorial behauptet, ist der große Förderer von Anne Teresa De Keersmaeker bei bester Gesundheit und lässt die Verbreiter des Gerüchtes herzlich grüßen. Was die Zerknirschtheit des verantwortlichen Journalisten in keinster Weise mindert.
Mourad Merzouki, der französische HipHop-Choreograf (Cie Käfig), übernimmt die Leitung des Centre chorégraphique national von José Montalvo und Dominique Hervieu in Créteil bei Paris. Seine Ernennung ist die letzte Farce der glücklosen Kulturministerin Christine Albanel. Sie wurde nun von Frédéric Mitterand abgelöst, dem Neffen des früheren Staatspräsidenten François Mitterand. Eigentlich wollte man in Créteil weg vom HipHop-Image der Banlieue und bevorzugte die harmlose Choreografin Blanca Li. Sie wird unter Merzouki nun artiste associée. Ein fauler Kompromiss. Jetzt teilen sich zwei Kompanien das einzige Tanzstudio. Ein richtiges Zentrum für den HipHop, das Merzouki zuvor in Bron bei Lyon auf die Beine stellen wollte, wird es so vorerst wohl nicht geben.
Carla Fracci, ...
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Tanz August/September 2009
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Arnd Wesemann, Thomas Hahn, Elisa Guzzo Vaccarino
Michael Jackson, das Pop gewordene Paradox, der androgyne Held der Ambivalenz. Zugleich aggressives Sexsymbol und luftgeisterhaft asexuell, ein Show-Protz und perfektionistischer Bühnenasket, der ohne Rücksicht auf die eigene Person für jeden Auftritt alle Register zieht. Der lebenslange Versuch der Synthese aller amerikanischen Widersprüche und unerreicht...
Mensch und Maschine: welch eine Beziehung in der Kiste. Technik ist ja nicht unsinnlich. Das ist der Reiz. Es treten auf: drei Damen in Schwarz, Hosen und armfreie Oberteile, Ohrgehänge, die Haare streng zurückgesteckt. Es stehen bereit: vier Waschmaschinen, ebenfalls in Schwarz. Vorn zwei nebeneinander, weiter hinten je eine. Über Leitern betreten die Damen die...
Eine Zeit lang nannte der Branchenspott ihn Robert «Long ago» – Robert Longo galt als ultimativer Vertreter der 1980er Jahre: Post-Punk, New Wave, New-York-hip, in steter Reaktion auf ein selbstgewisses, aber untergründig selbstzerstörerisches Corporate America. Longo, der Bildhauerei studiert hatte, als Zeichner und Filmregisseur bekannt wurde, sah den Fall mitten...
