highlights
belgien: ravel
Gegen Ende seiner ersten Spielzeit als Leiter des Ballet Vlaanderen schenkt Sidi Larbi Cherkaoui den Seinen das Privileg einer Uraufführung: Mit «Exhibition» rückt er Modest Mussorgskys «Bilder einer Ausstellung» in den Tanzblick, und zwar in der von Maurice Ravel orchestrierten Fassung. Dem französischen Komponisten ist der ganze Abend gewidmet, wobei der hoch gehandelte Jeroen Verbruggen (tanz 11/15) seinen Beitrag auch als Hommage an die 2014 verstorbene Fabiola anlegt, Königin Belgiens und Kinderbuchautorin in Personalunion.
Deshalb zieht er Ravels «Pavane pour une infante défunte» und «Ma Mère l‘Oye» zusammen. Den Gipfel der Schau-Lust markiert Maurice Béjarts «Boléro», auf den nur postekstatische Erschlaffung infolge eines staunenswerten Ballettprogramms folgen kann. 28., 29. Mai, 1. bis 5. Juni in der Oper Antwerpen; 8. Juni im Concertgebouw Brügge; 16., 17., 19., 23. und 25. Juni in der Oper Gent; operaballet.be
potsdam: tanztage
Nein, es ist noch nicht Mitternacht, wenn sich die 22 Artisten der Compagnie XY aus Lille mit dem bildgewaltigen Akrobatik-Tanztheater «Il n’est pas
encore minuit» mitten hinein in die «Potsdamer Tanztage» katapultieren. Wie immer ...
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Tanz Mai 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 32
von
Das musste ja früher oder später passieren. Mikhail Baryshnikov, unbestrittener Superstar unter den Balletttänzern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, trifft auf Vaslav Nijinsky, Superstar aus dessen erster Hälfte. Da verschmilzt ein lebender Altmeister mit einer glamourösen Skandallegende: Ikone der Ballets russes, dann Opfer der Schizophrenie, in Bildern und...
ausstellung
free fall
Stillstand ist letztlich auch nichts anderes als Bewegung. Diesem Zwiespalt widmet Jiří Kylián immer mehr Aufmerksamkeit, nachdem er sich vom Tanz und aus der Leitung des Nederlands Dans Theater verabschiedet hat. Einige Filme hat er in den letzten Jahren gedreht, bildhaft und zugleich voller Bewegungsfreude. Da macht es Sinn, auch einmal das...
Wen interessiert der mürrisch-alte Faust? Es ging doch immer schon um Mephisto: den Geist, der das Böse will, und behauptet, stets das Gute zu schaffen. Dieser Widerspruchskerl hat nun Xin Peng Wang verführt. Für den Choreografen ist der Teufel quirlig wie ein ADHS-Teenager, sexy und begeistert-bös. Gott gibt ihm den Faust als Spielfigur, einen bebrillt-zauseligen...
