Highlights 1/20
Stuttgart: Egon King Madsen Lear
Er ist erst 77 und denkt nur gelegentlich daran, irgendwann einmal abzudanken. Insofern ist Egon Madsen geradezu prädestiniert, «König Lear» auf der Tanzbühne darzustellen. Shakespeare-Erfahrung hat der gebürtige Däne ja mehr als genug. In Stuttgart tanzte er den Romeo. Den Hamlet verkörperte er in einer Choreografie John Neumeiers. Als Gremio in «Der Widerspenstigen Zähmung» von John Cranko schrieb er gar Ballettgeschichte.
Warum sich also nicht auf die alten Tage in ein Königsdrama einleben? Mauro Bigonzetti macht’s möglich und inszeniert unter dem Titel «Egon king Madsen lear» ein Doppelporträt, das sicher noch einmal und vermutlich nicht zum letzten Mal alle spielerischen Möglichkeiten Madsens mobilisiert.
Am 19., vom 22. bis zum 25. Januar; www.theaterhaus.com
London: Aisha and Abhaya
Gaika heißt der eine, Kibwe der andere, und beide tragen den Nachnamen Tavares. Die Brüder gehören zum inner circle der britischen Kulturszene – Gaika als Sänger und Musiker, Kibwe als Regisseur und Filme-macher mit Händchen für Animationsästhetik. Gemeinsam mit der Choreografin Sharon Eyal und Rambert, Londons führender zeitgenössischer Company, erzählen sie ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Tanz im Januar, Seite 34
von
Schritt für Schritt zu sich selbst. Stufe für Stufe in Richtung Selbstständigkeit. Wissen, was man mitteilen will, und dafür die richtige – choreografische oder verbale – Sprache einsetzen. Der Weg zum Ziel kann lang sein. Besonders lang ist er für Rihoko Sato, die bis heute als die weibliche Sphäre an der Seite von Saburo Teshigawara wahrgenommen wird. Neuerdings...
Neben Braunschweig, Bremen und Bielefeld ist es nur noch in Kassel zu finden: Tanztheater in der Tradition von Pina Bausch als ein festes Ensembleprojekt. Die legendäre Ära Susanne Linke und Reinhild Hoffmann – vorbei. Wir sehen also: eine Rarität aus deutschen Landen. Gut zwei Stunden haben wir, uns ins Kasseler Tanzensemble zu verlieben (wir tun es). Getanzt wird...
Giselle
Es ist ja nicht so, dass das Moskauer Bolschoi einen Mangel an «Giselle»--Versionen zu beklagen hätte. Seit 1986 war Yuri Grigorovichs Fassung in -regelmäßigen Abständen zu besichtigen, 1997 gesellte sich noch Vladimir -Vasilievs Interpretation hinzu. Trotzdem sah Ballettchef Ma-khar Vaziev nach zwanzig Jahren Ergänzungsbedarf – und beauftragte einen...
