heimspielen

Das Stadttheater ist das Zentrum. Die Peripherie ist die soziale Wirklichkeit. Damit die an den Theatern nicht übersehen wird, gibt es seit fünf Jahren die Initiative «Heimspiel» der Kulturstiftung des Bundes.

Tanz - Logo

«Heimspiel» heißt der nicht mehr ganz so neue Schrei an den deutschen Stadttheatern. Er könnte zu einem Genre werden, allein weil die Kulturstiftung des Bundes ihren Fördertopf so etikettierte. Seit 2006 hat der Topf immerhin 56 Unternehmungen von 38 Stadt- und Staatstheatern unterstützt mit Summen zwischen 25.000 und 50.000 Euro; die letzte Runde wird nun eingeläutet.

Inzwischen gibt es «Heimspiele» auch ohne dieses zusätzliche Geld, und so soll es sein, denn der Bund will wie beim Tanzplan eine Entwicklung anschieben: dass die Theater raus in die Städte gehen und die Städter rein in die Theater holen. Man könnte sagen: Wieder mal eine kulturelle Sau durchs Dorf, pardon, durch die Stadt zu jagen, damit das Stadttheater nicht als konservativ vernagelte Trutzburg im kommerziellen Zentrum der Stadt dasteht. Aber man kann auch genauer hinschauen. Denn es geht auch ans Eingemachte: um das Selbstverständnis als Theater, als Stadttheater. Als Theater für die eigene Stadt, für alle Bewohner, nicht nur für die mehr oder weniger braven alternden Abonnenten und die Abiturienten.

Gibt es europaweit Gemeinsamkeiten, Muster, gibt es vielleicht schon einen Überblick darüber, was «Heimspiel» mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2011
Rubrik: ideen, Seite 62
von Melanie Suchy

Weitere Beiträge
merce cunningham­­

Aus Anlass des allerletzten Gastspiels von «Nearly 902» der Merce Cunningham Dance Company bei den Wiesbadener Maifestspielen im Staatstheater zeigt das Museum Wiesbaden eine Auswahl von 32 Zeichnungen des 2009 verstorbenen Künstlers. Cunningham war eng befreundet mit Jasper Johns und Robert Rauschenberg, der mehrfach die Bühnenbilder entwarf. Auch Cunningham...

bremen: renz, rajeh, kovacˇ «triple bill»

Weißer Flokati, so weit das Auge reicht. Nach strengen ­Körperexerzi­tien dient der Kultteppich der siebziger Jahre als Spielwiese für erotische Räkeleien im Gedenken an die wilden Sechziger. Sehr cool, sehr distanziert sind die acht Tänzer, die Arco Renz in «2069» als Zeitkapselreisende auf das Jahr 1969 ansetzt. Jimi Hendrix pfeift, Psychedelisches von Pink Floyd...

angelin preljocaj: schneewittchen

In Frankreich als Star gefeiert, beurteilt man ihn hierzulande ein wenig kritischer: Angelin Preljocaj. Über eins allerdings ist man sich auch bei uns einig: dass der französische Choreograf albanischer Abstammung ein wunderbares Händchen für effektvolle Inszenierung hat. Dies gilt besonders für «Scheewittchen», das er 2008 für seine Kompanie, das in...