bremen: renz, rajeh, kovacˇ «triple bill»

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Weißer Flokati, so weit das Auge reicht. Nach strengen ­Körperexerzi­tien dient der Kultteppich der siebziger Jahre als Spielwiese für erotische Räkeleien im Gedenken an die wilden Sechziger. Sehr cool, sehr distanziert sind die acht Tänzer, die Arco Renz in «2069» als Zeitkapselreisende auf das Jahr 1969 ansetzt. Jimi Hendrix pfeift, Psychedelisches von Pink Floyd wabert, doch die klare Ästhetik in Weiß widersteht jeder Flower-Power-Attitüde.

Körper dehnen sich bis ans Äußerste, gespannt, auseinandergezogen, dann befreit sich eine Hand, zittert, kreist, wird zum ornamentalen Detail und expressiven Moment. Jeder dehnt für sich allein, wenn er nicht im Nahkampf oder in sexueller Interaktion auf den Flokati fällt.
Das Stück des in Brüssel arbeitenden Bremer Choreografen ­eröff­nete den neuen Abend der Tanzcompagnie Oldenburg. Durch den «Triple Bill» in der Exerzierhalle des Staatstheaters zieht sich die Musik der Jahre 1968/69 nicht wie ein roter Faden, sondern flockt aus wie eine Flokati-Fluse, die von den nachgeborenen Choreografen mal in die Richtung Freiheit, mal in die Richtung Sex gepustet wird.

Die Tänzer schlagen sich wacker, doch die Choreografen konnten augenscheinlich mit ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 40
von Katja Schneider

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