Hannover: Felix Landerer «revolte!»
Eine Revolte kennt nur das Scheitern, sonst wäre sie eine Revolution. Ein Aufstand ist immer nur das Zeichen dafür, dass etwas faul ist in den Gefängnissen oder in einer Armee. Meist ist es staatliche Repression, die den Aufstand verursacht. Da auch das Theater vom Staat alimentiert wird, weckt die hier verkündete Revolte, ausgeheckt von der einzigen freien Tanzkompanie in Hannover, Landerer&Company, durchaus ein paar Erwartungen.
Was ist faul an einem System, das den Tanz fördert, als sei er nur ein Hobby, außer, es wird in der kontrollierten Institution eines Stadttheaters getanzt?
Dass seine Revolte gescheitert ist, weiß Felix Landerer, bevor er überhaupt anfängt. Es gibt keinen Aufstand der freien Szene, sowenig wie einen Aufstand von Hobbymalern oder Hobbytänzern. Dabei gäbe es durchaus Gründe für Protest: keine Proberäume, wenig Fördergeld. Aber das wird nicht verhandelt hier an einem Tisch, der zweifelsohne an den berühmten «Grünen Tisch» von Kurt Jooss erinnert. Dort entschieden 1932 zehn «Schwarze Herren» über die Lebensmöglichkeiten des Volkes bei einem «Totentanz in acht Bildern». Mit sieben Tänzern und einem Schauspieler wiederholt Landerer die Szene an einem ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 39
von Arnd Wesemann
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