Dortmund: NRW Juniorballett: «Stepping Future»
Sie sind jung, hungrig, begabt – und retro. Genau diesen Anstrich hat das Ballett Dortmund seiner NRW Juniorkompanie verordnet. Keine der vier Choreografien in diesem «Stepping Future»-Abend verheißt avantgardistische Ambition, aber schlimm ist das nur in einem Fall: Can Arslans «Sakura» entpuppt sich als Schmacht-Pas-de-deux in dekorativer Werbespot-Ästhetik, präsentiert von zwei Tänzern der Hauptkompanie.
Möge die Jugend künftig solchem Karamell-Kleb entgehen! Denn eigentlich sind die zwölf Tänzer, die zwei Jahre lang als NRW Juniorballett durch Schulen und Provinztheater in Orten wie Rüsselsheim oder Arnsberg tingelten und Choreografien von Benjamin Mille-pied, Demis Volpi, Raimondo Rebeck und William Forsythe einstudierten, um daneben noch Auftrittserfahrung in den Werken des Dortmunder Ballettchefs Xin Peng Wang zu sammeln – eigentlich sind diese Youngsters ein ziemlich fescher und gut trainierter Trupp. Beispiel: Giacomo Altovino, Absolvent von John Neumeiers Hamburger Ballettschule – knochenlose Weichheit, androgyn, provokant. In Jacopo Godanis «Versus Standard» schlängelt er sich in knappem Sporttrikot und Söckchen sexy und mit theatralischem Effekt durch den Spielraum. ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Nicole Strecker
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counter phrases
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