Händels Terpsichore
Als «George Frederick Handel» am 14. April 1759 in seinem Haus an der 25 Brook Street in London starb, wurde er als Englands größter Komponist verehrt, obwohl gebürtiger Deutscher und hier nur adoptiert. Mit der Oper assoziierte man ihn überwiegend, da er deren Form lange in Italien studiert hatte, später mit seinen Oratorien. Ballett schrieb Händel nur eins.
Umso interessanter, dass die unterschiedlichs-ten Choreografen – u. a.
Paul Taylor («Aureole», 1962), John Neumeier («Messias», 1999), Mark Morris («Dixit Dominus», 1988, und 1999 «L’Allegro, il penseroso ed il moderato») und Robyn Orlin (ebenfalls «L’Allegro ...», an der Opéra de Paris 2007) – seine Musik so intensiv genutzt haben. Es gibt genug wunderbare dynamische Melodien in seinem Werk, die sich vertanzen lassen, aber dieses einzige Ballett, «Terpsichore», schrieb er 1734 für die legendäre Marie Sallé als Prolog zu seiner Oper «Pastor Fido» in der traditionellen Form der «Masque».
Die englische «Masque» war ein höfisches Maskenspiel des 16. und 17. Jahrhunderts mit Dichtung, Gesang, opulenter Kostümierung und Bühnenarchitektur, State-of-the-Art Special Effects und Tanz – und ein direkter Vorfahr der Barockoper. Die ...
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Auf ihn wartet man, man macht ihm die Aufwartung: einem Rentner. Er kümmerte sich bis 2005 um die Tänzer bei der Zentralen Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung. Zuvor gab er den zweiten Vorsitzenden im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik, 1977-94. Der Schlachtruf, kein Tänzer muss aufhören zu tanzen, wenn er nichts Besseres zu tun hat, kommt auch bei ihm...
Martin Puttke, wir sitzen hier in der Intendanz des Staatsballetts Berlin, wo Sie kürzlich einen Workshop gegeben haben. Was haben Sie den Tänzern beigebracht? Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie wir die Klassiker lebendig bekommen. Wir sehen ja, dass Tänzer Schwierigkeiten haben, uns den Siegfried oder die Giselle als heutige Figuren glaubhaft zu machen....
Ballett-Einlage
Es war eine ungeliebte Pflicht, die die Tänzer des Opernballetts an Stadt- und Staatstheatern an ihren Status im Kanon der Künste erinnerte. An ein Haus gekettet, künstlerisch mit wenigen Vorstellungen kurzgehalten, galten sie den Kollegen als hübsche Verfügungsmasse. Mussten antanzen zu «Einlagen» in Musical, Operette und Oper; obwohl deren...
