Habit Cycles

Der Tanzfotograf Joris-Jan Bos friert Affekte ein

Tanz - Logo

«Habit Cycles», Joris-Jan Bos fotografiert Emanuele Soavi incompany, vom 11. Juni bis 11. Juli im Kölner Kultursalon Freiraum; www.freiraum-salon.de

Metamorphose eines Mannes. Aus seinem Körper sprießen tiefschwarze glänzende Federn. Sie sträuben sich kraftvoll auf seinem Rücken, seinen Armen, wachsen tief in das Gesicht hinein. Es ist das Gefieder eines Schwans. Wunderschön, aber: schwarz. Nicht weiß. Er wird immer unvollkommen bleiben, wie der Kreis, den seine heftig flügelschlagenden Arme auf dem Boden malen. Eine unerfüllte Sehnsucht nach dem weißen Ideal des Tanzes.

Und wir, die Betrachter, sehen dem Geschöpf zu bei seinem vergeblichen Flügelschwung, denn wie ein gen Himmel entschwebender Demiurg blickt das Kamera-Auge von Joris-Jan Bos von leicht erhöhter Position herab auf die Kreatur. Der Fotograf scheint während der Bildaufnahme rückwärts, nach schräg oben zu weichen, der schwarze Schwanenmann bleibt am Boden.

Joris-Jan Bos liebt Bewegung, wie er sagt, und wer sie betrachten, nachempfinden, einfangen und festhalten will wie er, muss selbst in Bewegung bleiben. Der Fotograf hat jahrelang den Look des Nederlands Dans Theater durch seine Bilder mitgeprägt. Er hat die Arbeiten von Weltstars wie Hans van Manen, Édouard Lock oder Ohad Naharin in Bildkunst verwandelt, war Hausfotograf beim Ballett Frankfurt. Seine bevorzugte ...

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Tanz Juni 2017
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Nicole Strecker

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