Kaiserslautern: James Sutherland «Zyklus»
Wieder am 17. Juni, 1., 5. Juli in Kaiserslautern. www.pfalztheater.de
Am Ende stehen sie uns frontal gegenüber, resigniert und verloren vorne an der Rampe. Einer hebt unsicher die Hand, eine andere streckt sie uns suchend entgegen, wohl wissend, dass sie keine Antwort bekommen werden. Ohne jedes Pathos, in Bildern an der Grenze zum Abstrakten, stellt James Sutherland in seiner ersten großen Uraufführung fürs Pfalztheater die Frage nach dem Tod und wie die ewige Ungewissheit dessen, was danach kommt, den Zyklus des Menschenlebens beeinflusst.
In einem Spektrum der Grautöne, gehüllt einzig in die Farben Schatten, Licht und Haut, dreht sich der ambitionierte Abend um das Heranreifen, das Sich-Zurechtfinden und Bewusstwerden, den Kampf um persönliche Autonomie und Vertrauen in andere Menschen – Entwicklungen, die sich nicht mal eben pantomimisch darstellen lassen.
Sutherland bevorzugt ohnehin die Andeutung, er gibt lieber Rätsel auf, als zu deutlich zu werden. In den besten Momenten gelingt ihm hier die direkte Sinnfälligkeit von Bewegung, vor allem, als sich gegen Schluss ein Gefühl der Resignation und Ratlosigkeit verdichtet. Das Stück greift keine Religion oder Philosophie direkt auf, sondern folgt in seinen aufwendig choreografierten Gruppenbildern ...
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Tanz Juni 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 39
von Angela Reinhardt
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