Glen Tetley

ist tot. Ein Nachruf

Tanz - Logo

Glen Tetley war mehr als nur ein Wanderer zwischen zwei Welten. In New York in Ballett und Modern Dance bei Antony Tudor, Margaret Craske, Martha Graham und Hanya Holm ausgebildet, tanzte der studierte Mediziner sowohl im Joffrey Ballet, American Ballet Theatre wie in der Martha Graham Dance Company und in Jerome Robbins' Ballets: USA. Seine eigentliche Erfüllung aber fand Glenford Andrew Tetley jr.

, wie er eigentlich hieß, erst als «Pierrot lunaire»: eine waghalsige, wehmütige, sehnsuchtsvolle Schönberg-Projektion, mit der er sich 1962 als prononciert zeitgenössischer Choreograf amerikanischer Prägung profilierte. Über die Schwelle der Neoklassik trat er 1972, als er für die Hamburgische Staatsoper das Alban-Berg-Ballett «Threshold» konzipierte. Zuvor choreografierte er für seine eigene Kompanie, für die Batsheva Dance Company, das Ballet Rambert und das Nederlands Dans Theater, dessen Leitung er sich eine Zeit lang mit Hans van Manen teilte, so kompromisslos moderne und wegweisende Werke wie «Arena», «Mythical Hunters», «Laborintus», «Embrace Tiger and Return to Mountain» und «Le Sacre du printemps», die er zum Teil für das Stuttgarter Ballett überarbeitete. John Crankos ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2007
Rubrik: Celebrities, Seite 24
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hammerfest 70° 40’ N

Norwegen war immer ein Land der weiten Entfernungen. Tausende Kilometer Richtung Nordpol. Soweit wie von Spanien nach Belgien. Und da oben soll getanzt werden? Keine Rituale der Lappen, sondern zeitgenössisch? In den Zentren wie Oslo und Bergen sind moderne Kompanien erst seit den 1990ern international bekannt. Aber das Hinterland, der wirklich hohe Norden, war...

Locking vorm Muezzin

«Schluss jetzt! Macht endlich diese Musik aus!» Da können die jungen Männer in den verwaschenen Jeans und den schlabberigen T-Shirts noch so protestieren, der uniformierte Wachmann bleibt stur. Stellt sich breitbeinig mitten auf die Tanzfläche, die Hände fest in die Hüften gestemmt. «Ihr stört die Kunden, das ist doch keine Disko.» Langsam und widerwillig löst sich...

Constanza Macras: "I'm Not the Only One"

Es war einmal in Gelsenkirchen. Mit vierzehn wollte er diese Glowing-in-the-dark-Stiefel haben. Nur der Preis, den er fürs Coolsein zahlte, war hoch: Sich mit seinem  dicken, kleinen, spuckenden, aber spen­dablen Onkel ins Benehmen zu setzen, der so peinlich war, dass ihm diese Nachtglühstiefel gleich wieder zweitwichtig wurden. Onkel besaß nämlich einen Spucknapf...