Locking vorm Muezzin
«Schluss jetzt! Macht endlich diese Musik aus!» Da können die jungen Männer in den verwaschenen Jeans und den schlabberigen T-Shirts noch so protestieren, der uniformierte Wachmann bleibt stur. Stellt sich breitbeinig mitten auf die Tanzfläche, die Hände fest in die Hüften gestemmt. «Ihr stört die Kunden, das ist doch keine Disko.» Langsam und widerwillig löst sich der Halbkreis von ein paar Dutzend Jugendlichen auf, die aus den kalten marmorierten Fliesen im ersten Stock des Einkaufszentrums für zehn Minuten eine Bühne gemacht haben.
Manche sind noch ein bisschen außer Atem, als sie sich die weißen Kunststoffstühle fallen lassen, die Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen. Tische und Stühle hatten sie zur Seite geschoben, der junge Cafébesitzer, ein Freund, hatte die CD von Fort Minor eingelegt und laut aufgedreht: «This is ten per cent luck / twenty per cent skill / fifteen per cent concentrated power of will / five per cent pleasure, fifty per cent pain / and a hundred per cent reason to remember the name!» Schluss, jetzt schmachtet wieder arabische Popmusik.
«So geht das immer», schimpft Chad. «Reine Schikane. Nirgends können wir ungestört tanzen.» Viele Orte gibt es nicht in ...
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Wenige Jahre nur nach ihrer gleichaltrigen Kollegin Mirta Plá erlag am 26. Januar in Havanna Josefina Méndez ebenfalls einem Krebsleiden. Am 8. Januar 1941 wurde sie in Havanna geboren, studierte in der Sociedad Pro-Arte Musical und in deren Nachfolgeeinrichtung Academia de Ballet bei Alicia und Fernando Alonso, Léon Fokine, José Parés. Ab 1955 gehörte sie dem...
Ein kleines, unprätentiöses Stück nur, behauptet Lode Devos. Dass man das Schauspielhaus nach achtzig Minuten angeswingt verlässt, darf als der eigentliche Start des frisch formierten Chemnitzer Balletts gelten. Schlagzeilen hatte die Stadt durch den Rauswurf eines ganzen Ensembles und seines Chefchoreografen Torsten Händler gemacht. Und mit dem desaströsen Auftakt...
Es war einmal in Gelsenkirchen. Mit vierzehn wollte er diese Glowing-in-the-dark-Stiefel haben. Nur der Preis, den er fürs Coolsein zahlte, war hoch: Sich mit seinem dicken, kleinen, spuckenden, aber spendablen Onkel ins Benehmen zu setzen, der so peinlich war, dass ihm diese Nachtglühstiefel gleich wieder zweitwichtig wurden. Onkel besaß nämlich einen Spucknapf...
