genf: Ken Ossola: «Mémoire de l’ombre»
«Wie tanzt man Gustav Mahler, Herr Neumeier?», fragte «Die Welt» anlässlich des 100. Todestags des Komponisten 2011. Der Hamburger Choreograf, der sich seit Jahren mit Mahler beschäftigt – er schuf vor fast 40 Jahren ein Ballett zu dessen 3. Sinfonie, das bis heute zum Repertoire des Hamburg Balletts gehört –, gibt darauf diese Antwort: indem man «dem Ruf der Musik» folgt. «Sie muss mich zum Aufstehen bringen», sagt John Neumeier (tanz 8/13). Und das muss sie natürlich tun, bevor er überhaupt zu choreografieren beginnt.
Die neueste Choreografie zu Mahler stammt von Ken Ossola, heißt «Mémoire de l’ombre», wurde beim Genfer Ballett uraufgeführt – und entstand eben nicht aus einem inneren Impuls heraus, sondern als Auftragswerk. Bestellt hat es der Direktor des Ballet du Grand Théâtre de Genève, Philippe Cohen. Ken Ossola, der 43-jährige, in Genf aufgewachsene Choreograf südkoreanischer Herkunft, ging die Arbeit eigenen Aussagen zufolge nur zögernd an, mit großem Respekt vor den ihm zuvor unbekannten Sinfonien des Wiener Komponisten aus dem Fin de Siècle. Als musikalischen Hintergrund wählte Ossola Anfang und Ende von Mahlers 2. Sinfonie, außerdem Exzerpte aus der 5., 6. und 9. ...
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Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Anna Hohler
newcomer_________
catarina miranda
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